Die Wachovia Corporation [wʌˈkoʊvɪə] mit Sitz in Charlotte, North Carolina, ist eine der größten Bankenketten der Vereinigten Staaten. Sie wurde 1879 in Winston (jetzt Winston-Salem), North Carolina, also im Gebiet der Wachau, lateinisch Wachovia, gegründet. Die Wachovia Corporation hat 120.000 Beschäftigte (Anlagevermögen 808,9 Mrd. US-Dollar).
Geschichte
Die Bank fusionierte 1911 mit der (1893 gegründeten) Wachovia Loan and Trust, das neue Unternehmen trug seither den Namen Wachovia Corporation.
1986 kaufte Wachovia die First National Bank of Atlanta, in den darauffolgenden Jahren noch mehrere kleinere Banken und Finanzdienstleister.
2001 schloss sich die Wachovia Corporation überraschend mit der Union Corporation zusammen. Weitere Akquisitionen in den darauffolgenden Jahren machten die Wachovia Corporation zur viertgrössten Bank der Vereinigten Staaten.
Im Mai 2007 übernahm Wachovia die große amerikanische Börsenmaklerfirma A. G. Edwards für 6,8 Mrd. Dollar (5,0 Mrd. Euro).
Finanzkrise 2007/2008
Am 14. April 2008 wurde bekannt, dass Wachovia im Zuge der Finanzkrise ab 2007 einen Quartalsverlust von ca. zwei Milliarden Dollar erwirtschaftet hat. Vorstandschef Ken Thompson begründet dies mit „beispiellosen wirtschaftlichen Bedingungen“. In Folge der hohen Verluste wurde Ken Thompson am 2. Juni 2008 entlassen und durch Lanty Smith ersetzt. Besonders betroffen von der US-Immobilienkrise war Wachovia durch den 2006 erfolgten Kauf der Hypothekenbank Golden West Financial Corp. Damit übernahm sie auch ein 122 Milliarden Dollar schweres Portfolio von Krediten, die 2008 abgewertet werden mussten.
Am 18. September 2008 wurde in der Presse berichtet, dass die angeschlagene Investmentbank Morgan Stanley mit Wachovia Gespräche über eine Fusion führte. Zwei Wochenenden später wurde Wachovia selbst Opfer der US-Immobilienkrise. Am 29. September 2008 wurde mitgeteilt, dass das Bankgeschäft von Wachovia verkauft werden soll.
Das Unternehmen soll laut einem Bericht des Wall Street Journal vom Montag, dem 6. Oktober 2008, zwischen den beiden Kaufinteressenten Citigroup und Wells Fargo zerschlagen werden. Ende 2008 wurde Wachovia komplett durch Wells Fargo übernommen.
Quelle: Wikipedia.de
19 Haziran 2009 Cuma
UniCredit
Die UniCredit S.p.A. (UniCredit Group) ist eine italienische Holding von Finanzdienstleistungs-Unternehmen mit Sitz in Mailand.
Wichtigstes Aktionsfeld - nach Italien - ist Mittel- und Osteuropa, wo in mehreren Ländern Tochtergesellschaften der Gruppe Marktführer sind.
Beteiligungen
Die UniCredit Group hält Beteiligungen an verschiedenen Unternehmen im Finanzdienstleistungsbereich. Zu den wichtigsten gehören (Stand: 10. Mai 2006):
UniCredit Bank Austria AG (Österreich)
Bank Pekao SA (Polen)
UniCredit Bulbank (Bulgarien)
HypoVereinsbank AG (Deutschland)
UniCredit Bank (Ungarn)
Pioneer Investments (Italien)
UniCredit Bank Slovakia a.s. (Slowakei)
UniCredit Banca (Italien)
UniCredit Banca d'Impresa (Italien)
UniCredit Private Banking (Italien)
UniCredit Ţiriac Bank (Rumänien)
Zagrebačka banka d.d. (Kroatien)
UniCredit Bank Czech Republic a.s. (Tschechien)
UniCredit Leasing
Organisation
An der Spitze der UniCredit Group steht ein Board of Directors mit neun bis zwanzig Mitgliedern, die für drei Jahre berufen werden. Das Board of Directors wird vom Chairman geleitet. Dem Board of Directors ist das Executive Committee unterstellt (gebildet aus Mitgliedern des Board of Directors) und dem Executive Committee ist das Management Committee unterstellt. Das Management Committee wird von Managing Director (CEO) geleitet.
Chairman: Dieter Rampl
Managing Director (CEO): Alessandro Profumo
Eigentümer
UniCredit Group befindet sich im Streubesitz. Im November 2008 besitzen folgende sechs Aktionäre jeweils mehr als 2% der Aktien. [4]
5,009 % - Fondazione Cassa di Risparmio Verona, Vicenza, Belluno e Ancona
4,613 % - Central Bank of Libya
3,876 % - Fondazione Cassa di Risparmio di Torino
3,350 % - Carimonte Holding S.p.A.
2,370 % - Allianz Gruppe
2,004 % - Barclays Global Investors UK Holdings
Kennzahlen
Einige Basisdaten der UniCredit Group per Ende September 2007, vor der Fusion mit Capitalia:
Nettogewinn: € 5,287 Mrd. (9 Monate)
Eigenkapitalrendite (ROE): 17,5%
Bilanzsumme: € 866,8 Mrd.
Beschäftigte: 137.324
Geschäftsstellen: 7.529
Verbindlichkeiten ggü. Kunden: € 516,0 Mrd.
Forderungen ggü. Kunden: € 460,7 Mrd.
Geschichte
Die UniCredit Group hat eine Vergangenheit, die sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, wie die Gründung der Monte di Pietà di Bologna im Jahr 1473 zeigt.
Eine der Vorgängerbanken, die Banca di Genova, wurde 1870 als börsennotiertes Institut gegründet. 1895 änderte es seinen Namen in Credito Italiano und entwickelte sich im Laufe der Zeit zur zweitgrößten italienischen Bank.
Anfang der 1990er-Jahre begann in Italien eine grundlegende Reform des italienischen Bankenmarktes. Um die Privatisierung der italienischen Sparkassen zu ermöglichen, schrieb das so genannte Lex Amato (1990) eine klare Trennung von Bankgeschäft und gemeinnützigem Auftrag vor. Auf Grund dieser Reformen hatte die traditionsreiche Aktiengesellschaft Credito Italiano einen Fusionsprozess eingeleitet und durchgeführt.
1994 beteiligt sich die RAS sich 1994 mit 5% an der gerade privatisierten Credito Italiano und beruft gleichzeitig Alessandro Profumo, welcher 1997 die Position des Chief Executive Officer – CEO übernimmt, in den Vorstand der Bank. Seit diesem Zeitpunkt steuert Profumo die Geschichte der Bank.
1998 erfolgte der Zusammenschluss der Credito Italiano mit der 1473 gegründeten und gerade privatisierten Bologner Regionalbank Rolo Banca (ex Credito Romagnolo) zur Credito Italiano Group. Mit der Integration von sechs weiteren früheren Sparkassen (Cariverona (Cassa di Risparmio di Verona) – Verona, CRT (Cassa di Risparmio di Torino) – Turin, Cassamarca – Treviso, Cassa di Risparmio di Trento e Rovereto – Triento-Rovereto und Cassa di Risparmio di Trieste – Triest entstand die UniCredito Italiano Group.
Den Aufkauf der spanischen BBVA untersagte 1999 die spanische Notenbank.
Das 2000 erworbene Global-Investment-Geschäft von der Bostoner Pioneer Group wurde den Aktivitäten der Private-Banking-Sparte zugeordnet. Eine führende Position im italienischen Konsumentenkreditbereich erreichte die UniCredito Italiano mit der im selben Jahr neu gegründeten Tochterbank UniCredit Family Financing S.p.A. (frühere Clarima Banca; UniCredit Consumer Financing).
Mit der Umbenennung der UniCredito Italiano in UniCredit Banca erfolgte 2002 gleichzeitig die Restrukturierung der Bank in Form eines divisionellen Modells. Es erfolgte die Gründung drei neue Banken mit einer Spezialisierung auf die verschiedenen Kundengruppen - die UniCredit Banca (Bologna) betreut das Massengeschäft in Form von Privatkunden und kleineren Unternehmen; die UniCredit Private Banking (Turin) kümmert sich um Privat- und Vermögensanlage von vermögenden Kunden; und die UniCredit Banca d'Impresa (Verona) beschäftigt sich mit mittelgroßen und großen Betrieben sowie anderen Institutionen. Die schnelle Integration unter Dach der UniCredit Group als Holding wurde mit dem Weitblick bei der Umsetzung auf die Tradition der Vorgänger-Instituten erreicht.
Die internationale Expansion begann mit den Aufkäufen im mittel- und osteuropäischen Raum (Polen, Kroatien, Bosnien, Bulgarien, Türkei, Slowakei, Rumänien).
Im Jahr 2005 kommt es mit der Übernahme der HypoVereinsbank AG zur bisher größten grenzüberschreitenden Bankenfusion in Europa. Als erste ausländische Bank gelangt der UniCredit Group damit der Aufkauf eines deutschen Bankinstitutes - der Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG in Form einer freundschaftlichen Übernahme mittels Aktientausch. Den ersten Versuch zum Aufkauf in Deutschland startete die UniCredit bereits 2001 und scheiterte damals an den Aktionären der Commerzbank AG. Im Anschluss an die Fusion übernahm der UniCredit Group Chef Alessandro Profumo den Aufsichtsratsvorsitz bei der HVB und gab diesen Vorsitz Anfang 2009 an seinen Stellvertreter Sergio Ermotti ab.
Nach Übernahme der Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG wurden noch weitere Veränderungen innerhalb der Gruppe durchgeführt, wie den Erwerb der BA-CA (Bank-Austria Creditanstalt) von der HVB und die Bündelung des gesamten Ost- und Mitteleuropageschäftes der Vorgängergruppen unter dem Dach der BA-CA. Nach Übernahme der BPH-Beteilung von der UniCredit Bank Austria AG fasst die UniCredit Group Ihre Geschäfte in Polen mittels Fusion der BHP mit der Bank Pekao unter der Bank Pekao SA zusammen. Die Investmentbankgeschäfte der Gruppe wurden in der Division UniCredit Markets & Investment Banking gebündelt und unter der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG angesiedelt.
Außerdem kaufte die Gruppe 2007 weitere Banken (kasachische Bank ATF und ukrainische Ukrsotsbank) zum Ausbau der Geschäftstätigkeit im osteuropäischen Raum auf. Das Investmentfondsgeschäft / die Vermögensverwaltungsgeschäfte (Asset Management) der gesamten UniCredit Group ließ er 2007 unter dem Markennamen Pioneer Investments zusammenfassen.
Im April 2007 gab UniCredit bekannt, dass Gespräche mit dem französischen Rivalen Société Générale geführt werden. Hierbei handle es sich jedoch nicht über Fusionsverhandlungen, sondern über „die üblichen offenen Gespräche über strategische Wachstumsmöglichkeiten“. Zuvor hatten Medien berichtet, dass UniCredit eine Kaufofferte für die Franzosen erwäge. Ein Ergebnis der Verhandlungen wurde nicht veröffentlicht, man wollte die französischen Präsidentschaftswahlen abwarten.
Währenddessen kündigte die UniCredit im Mai 2007 die Fusion mit dem italienischen Finanzkonzern Capitalia an und stellte damit eventuelle Pläne mit der Société Générale hintan. In Italien ist die UniCredit nach dem Zusammenschluss Marktführer. Per Aktientausch hat die Unicredit ca. 20 Milliarden Euro für die Capitalia aufgewendet. Bis 2010 werden Synergieeffekte von 1,2 Milliarden Euro erwartet und die Kosten des Mergers werden mit 1,1 Milliarden Euro beziffert. Zudem wird ein Gewinnanstieg pro Aktie von 14 % auf 17 % erwartet. Die Fusion wurde am 1. Oktober 2007 vollzogen. Die neue UniCredit hat damit 40 Millionen Kunden und über 170.000 Mitarbeiter.
2008 stellte der CEO Alessandro Profumo einen Drei-Jahres-Plan für die Gruppe vor. Diese Planung umfasst sowohl Konzentrationen von Stellen als auch die Eröffnung von weiteren Filialen in den osteuropäischen Ländern. Außerdem wurden in allen Ländern der UniCredit Group die Firmenlogos zur Steigerung des Wiedererkennungswertes in der Öffentlichkeit vereinheitlicht.
Zur Stärkung der Gruppe wurde im Oktober 2008 eine Kapitalerhöhung angekündigt, die von den institutionellen Anlegern und Großinvestoren zu 100% mit einer Zeichnungszusage unterstützt und im Januar 2009 im vollen Umfang ausgeführt wurde.
Im Bankenvergleich gemessen an der Marktkapitalisierung nimmt die UniCredit Group den Platz 7 (Stand 2. März 2009) in Europa ein.
Quelle Wikipedia.de
Wichtigstes Aktionsfeld - nach Italien - ist Mittel- und Osteuropa, wo in mehreren Ländern Tochtergesellschaften der Gruppe Marktführer sind.
Beteiligungen
Die UniCredit Group hält Beteiligungen an verschiedenen Unternehmen im Finanzdienstleistungsbereich. Zu den wichtigsten gehören (Stand: 10. Mai 2006):
UniCredit Bank Austria AG (Österreich)
Bank Pekao SA (Polen)
UniCredit Bulbank (Bulgarien)
HypoVereinsbank AG (Deutschland)
UniCredit Bank (Ungarn)
Pioneer Investments (Italien)
UniCredit Bank Slovakia a.s. (Slowakei)
UniCredit Banca (Italien)
UniCredit Banca d'Impresa (Italien)
UniCredit Private Banking (Italien)
UniCredit Ţiriac Bank (Rumänien)
Zagrebačka banka d.d. (Kroatien)
UniCredit Bank Czech Republic a.s. (Tschechien)
UniCredit Leasing
Organisation
An der Spitze der UniCredit Group steht ein Board of Directors mit neun bis zwanzig Mitgliedern, die für drei Jahre berufen werden. Das Board of Directors wird vom Chairman geleitet. Dem Board of Directors ist das Executive Committee unterstellt (gebildet aus Mitgliedern des Board of Directors) und dem Executive Committee ist das Management Committee unterstellt. Das Management Committee wird von Managing Director (CEO) geleitet.
Chairman: Dieter Rampl
Managing Director (CEO): Alessandro Profumo
Eigentümer
UniCredit Group befindet sich im Streubesitz. Im November 2008 besitzen folgende sechs Aktionäre jeweils mehr als 2% der Aktien. [4]
5,009 % - Fondazione Cassa di Risparmio Verona, Vicenza, Belluno e Ancona
4,613 % - Central Bank of Libya
3,876 % - Fondazione Cassa di Risparmio di Torino
3,350 % - Carimonte Holding S.p.A.
2,370 % - Allianz Gruppe
2,004 % - Barclays Global Investors UK Holdings
Kennzahlen
Einige Basisdaten der UniCredit Group per Ende September 2007, vor der Fusion mit Capitalia:
Nettogewinn: € 5,287 Mrd. (9 Monate)
Eigenkapitalrendite (ROE): 17,5%
Bilanzsumme: € 866,8 Mrd.
Beschäftigte: 137.324
Geschäftsstellen: 7.529
Verbindlichkeiten ggü. Kunden: € 516,0 Mrd.
Forderungen ggü. Kunden: € 460,7 Mrd.
Geschichte
Die UniCredit Group hat eine Vergangenheit, die sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, wie die Gründung der Monte di Pietà di Bologna im Jahr 1473 zeigt.
Eine der Vorgängerbanken, die Banca di Genova, wurde 1870 als börsennotiertes Institut gegründet. 1895 änderte es seinen Namen in Credito Italiano und entwickelte sich im Laufe der Zeit zur zweitgrößten italienischen Bank.
Anfang der 1990er-Jahre begann in Italien eine grundlegende Reform des italienischen Bankenmarktes. Um die Privatisierung der italienischen Sparkassen zu ermöglichen, schrieb das so genannte Lex Amato (1990) eine klare Trennung von Bankgeschäft und gemeinnützigem Auftrag vor. Auf Grund dieser Reformen hatte die traditionsreiche Aktiengesellschaft Credito Italiano einen Fusionsprozess eingeleitet und durchgeführt.
1994 beteiligt sich die RAS sich 1994 mit 5% an der gerade privatisierten Credito Italiano und beruft gleichzeitig Alessandro Profumo, welcher 1997 die Position des Chief Executive Officer – CEO übernimmt, in den Vorstand der Bank. Seit diesem Zeitpunkt steuert Profumo die Geschichte der Bank.
1998 erfolgte der Zusammenschluss der Credito Italiano mit der 1473 gegründeten und gerade privatisierten Bologner Regionalbank Rolo Banca (ex Credito Romagnolo) zur Credito Italiano Group. Mit der Integration von sechs weiteren früheren Sparkassen (Cariverona (Cassa di Risparmio di Verona) – Verona, CRT (Cassa di Risparmio di Torino) – Turin, Cassamarca – Treviso, Cassa di Risparmio di Trento e Rovereto – Triento-Rovereto und Cassa di Risparmio di Trieste – Triest entstand die UniCredito Italiano Group.
Den Aufkauf der spanischen BBVA untersagte 1999 die spanische Notenbank.
Das 2000 erworbene Global-Investment-Geschäft von der Bostoner Pioneer Group wurde den Aktivitäten der Private-Banking-Sparte zugeordnet. Eine führende Position im italienischen Konsumentenkreditbereich erreichte die UniCredito Italiano mit der im selben Jahr neu gegründeten Tochterbank UniCredit Family Financing S.p.A. (frühere Clarima Banca; UniCredit Consumer Financing).
Mit der Umbenennung der UniCredito Italiano in UniCredit Banca erfolgte 2002 gleichzeitig die Restrukturierung der Bank in Form eines divisionellen Modells. Es erfolgte die Gründung drei neue Banken mit einer Spezialisierung auf die verschiedenen Kundengruppen - die UniCredit Banca (Bologna) betreut das Massengeschäft in Form von Privatkunden und kleineren Unternehmen; die UniCredit Private Banking (Turin) kümmert sich um Privat- und Vermögensanlage von vermögenden Kunden; und die UniCredit Banca d'Impresa (Verona) beschäftigt sich mit mittelgroßen und großen Betrieben sowie anderen Institutionen. Die schnelle Integration unter Dach der UniCredit Group als Holding wurde mit dem Weitblick bei der Umsetzung auf die Tradition der Vorgänger-Instituten erreicht.
Die internationale Expansion begann mit den Aufkäufen im mittel- und osteuropäischen Raum (Polen, Kroatien, Bosnien, Bulgarien, Türkei, Slowakei, Rumänien).
Im Jahr 2005 kommt es mit der Übernahme der HypoVereinsbank AG zur bisher größten grenzüberschreitenden Bankenfusion in Europa. Als erste ausländische Bank gelangt der UniCredit Group damit der Aufkauf eines deutschen Bankinstitutes - der Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG in Form einer freundschaftlichen Übernahme mittels Aktientausch. Den ersten Versuch zum Aufkauf in Deutschland startete die UniCredit bereits 2001 und scheiterte damals an den Aktionären der Commerzbank AG. Im Anschluss an die Fusion übernahm der UniCredit Group Chef Alessandro Profumo den Aufsichtsratsvorsitz bei der HVB und gab diesen Vorsitz Anfang 2009 an seinen Stellvertreter Sergio Ermotti ab.
Nach Übernahme der Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG wurden noch weitere Veränderungen innerhalb der Gruppe durchgeführt, wie den Erwerb der BA-CA (Bank-Austria Creditanstalt) von der HVB und die Bündelung des gesamten Ost- und Mitteleuropageschäftes der Vorgängergruppen unter dem Dach der BA-CA. Nach Übernahme der BPH-Beteilung von der UniCredit Bank Austria AG fasst die UniCredit Group Ihre Geschäfte in Polen mittels Fusion der BHP mit der Bank Pekao unter der Bank Pekao SA zusammen. Die Investmentbankgeschäfte der Gruppe wurden in der Division UniCredit Markets & Investment Banking gebündelt und unter der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG angesiedelt.
Außerdem kaufte die Gruppe 2007 weitere Banken (kasachische Bank ATF und ukrainische Ukrsotsbank) zum Ausbau der Geschäftstätigkeit im osteuropäischen Raum auf. Das Investmentfondsgeschäft / die Vermögensverwaltungsgeschäfte (Asset Management) der gesamten UniCredit Group ließ er 2007 unter dem Markennamen Pioneer Investments zusammenfassen.
Im April 2007 gab UniCredit bekannt, dass Gespräche mit dem französischen Rivalen Société Générale geführt werden. Hierbei handle es sich jedoch nicht über Fusionsverhandlungen, sondern über „die üblichen offenen Gespräche über strategische Wachstumsmöglichkeiten“. Zuvor hatten Medien berichtet, dass UniCredit eine Kaufofferte für die Franzosen erwäge. Ein Ergebnis der Verhandlungen wurde nicht veröffentlicht, man wollte die französischen Präsidentschaftswahlen abwarten.
Währenddessen kündigte die UniCredit im Mai 2007 die Fusion mit dem italienischen Finanzkonzern Capitalia an und stellte damit eventuelle Pläne mit der Société Générale hintan. In Italien ist die UniCredit nach dem Zusammenschluss Marktführer. Per Aktientausch hat die Unicredit ca. 20 Milliarden Euro für die Capitalia aufgewendet. Bis 2010 werden Synergieeffekte von 1,2 Milliarden Euro erwartet und die Kosten des Mergers werden mit 1,1 Milliarden Euro beziffert. Zudem wird ein Gewinnanstieg pro Aktie von 14 % auf 17 % erwartet. Die Fusion wurde am 1. Oktober 2007 vollzogen. Die neue UniCredit hat damit 40 Millionen Kunden und über 170.000 Mitarbeiter.
2008 stellte der CEO Alessandro Profumo einen Drei-Jahres-Plan für die Gruppe vor. Diese Planung umfasst sowohl Konzentrationen von Stellen als auch die Eröffnung von weiteren Filialen in den osteuropäischen Ländern. Außerdem wurden in allen Ländern der UniCredit Group die Firmenlogos zur Steigerung des Wiedererkennungswertes in der Öffentlichkeit vereinheitlicht.
Zur Stärkung der Gruppe wurde im Oktober 2008 eine Kapitalerhöhung angekündigt, die von den institutionellen Anlegern und Großinvestoren zu 100% mit einer Zeichnungszusage unterstützt und im Januar 2009 im vollen Umfang ausgeführt wurde.
Im Bankenvergleich gemessen an der Marktkapitalisierung nimmt die UniCredit Group den Platz 7 (Stand 2. März 2009) in Europa ein.
Quelle Wikipedia.de
Wells Fargo
Wells Fargo ist ein US-amerikanisches Finanzdienstleistungsunternehmen mit Firmensitz in San Francisco, mit Verbraucherfinanzierungs-Tochterunternehmen, die in Kanada, den Nördlichen Marianen und in der Karibik tätig sind. Das Unternehmen ist im Aktienindex S&P 500 gelistet.
Firmengeschichte
Die Wurzeln der Firma reichen bis in das Jahr 1852 zurück. Damals gründeten William Fargo und Henry Wells im Westen der USA das gemeinsame Unternehmen Wells Fargo Company, um Transport- und (später) Finanzdienstleistungen anzubieten. Insbesondere die Postkutschen der Gesellschaft gehörten zum Straßenbild im sogenannten Wilden Westen.
Das heutige Unternehmen ist das Ergebnis der Übernahme der kalifornischen Firma Wells Fargo & Company durch die bislang in Minneapolis ansässige Norwest Corporation im Jahre 1998. Obwohl normalerweise die übernommene Firma den Namen der Erwerberin annimmt, entschied sich Norwest stattdessen dafür, ihren Namen zugunsten der übernommenen Wells Fargo aufzugeben, da die fast 150-jährige Geschichte des Namens Wells Fargo und deren Postkutschen-Geschichten aus dem Wilden Westen attraktiv erschienen.
Mit Stand vom 31. Dezember 2008 verfügte Wells Fargo über mehr als 11.000 Filialen, 23 Millionen Kunden und 281.000 Mitarbeiter. Es bietet außerdem über das Internet und weitere Distributionskanäle Serviceleistungen an.[1]
Ende 2008 übernahm Wells Fargo den US-amerikanischen Konkurrenten Wachovia [2]
Trivia
Der historische Speditionsdienst wird in dem Lied "The Wells Fargo Wagon" aus dem Musical The Music Man erwähnt. Außerdem gibt es eine amerikanische TV-Serie auf NBC aus den Jahren 1957 - 1962 unter dem Titel "Tales of Wells Fargo". Diese Serie lief ab 1965 unter dem Titel "Wells Fargo" auch in einigen Regionalprogrammen der ARD.
Quelle: Wikipedia.de
Firmengeschichte
Die Wurzeln der Firma reichen bis in das Jahr 1852 zurück. Damals gründeten William Fargo und Henry Wells im Westen der USA das gemeinsame Unternehmen Wells Fargo Company, um Transport- und (später) Finanzdienstleistungen anzubieten. Insbesondere die Postkutschen der Gesellschaft gehörten zum Straßenbild im sogenannten Wilden Westen.
Das heutige Unternehmen ist das Ergebnis der Übernahme der kalifornischen Firma Wells Fargo & Company durch die bislang in Minneapolis ansässige Norwest Corporation im Jahre 1998. Obwohl normalerweise die übernommene Firma den Namen der Erwerberin annimmt, entschied sich Norwest stattdessen dafür, ihren Namen zugunsten der übernommenen Wells Fargo aufzugeben, da die fast 150-jährige Geschichte des Namens Wells Fargo und deren Postkutschen-Geschichten aus dem Wilden Westen attraktiv erschienen.
Mit Stand vom 31. Dezember 2008 verfügte Wells Fargo über mehr als 11.000 Filialen, 23 Millionen Kunden und 281.000 Mitarbeiter. Es bietet außerdem über das Internet und weitere Distributionskanäle Serviceleistungen an.[1]
Ende 2008 übernahm Wells Fargo den US-amerikanischen Konkurrenten Wachovia [2]
Trivia
Der historische Speditionsdienst wird in dem Lied "The Wells Fargo Wagon" aus dem Musical The Music Man erwähnt. Außerdem gibt es eine amerikanische TV-Serie auf NBC aus den Jahren 1957 - 1962 unter dem Titel "Tales of Wells Fargo". Diese Serie lief ab 1965 unter dem Titel "Wells Fargo" auch in einigen Regionalprogrammen der ARD.
Quelle: Wikipedia.de
Rabobank
Rabobank (Coöperatieve Centrale Raiffeisen-Boerenleenbank B.A.) ist ein niederländisches Kreditinstitut. Das Unternehmen entstand 1972 aus der Fusion der Coöperatieve Centrale Raiffeisen-Bank und der Coöperatieve Centrale Boerenleenbank. Es ist ein Verbund von Genossenschaftsbanken, deren zentrale Verwaltung eine Tochtergesellschaft ist und nicht etwa die Dachorganisation.
Der Name Rabobank ist eine Abkürzung von Raiffeisen-Boerenleenbank. Der Namensteil „Raiffeisen“ geht auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurück, während „Boerenleenbank“ an die Wurzeln als bäuerliche Geldleihgenossenschaft erinnert.
Rabobank besteht heute aus einem Netz lokaler Rabobanken, Rabobank Nederland und mehreren Tochterorganisationen wie Athlon-Car Lease, Bouwfonds, de lage landen, FGHbank, Interpolis, Robeco, Sarasin, Schretlen & Co. Seit 1984 eröffnete Rabobank Büros in allen wichtigen europäischen Ländern, so auch in Frankfurt. Der Schwerpunkt in Deutschland liegt im Firmenkundengeschäft und hier im Food & Agri Bereich.
Sponsoring, Marketing
Rabobank (Radsportteam)
Quelle: Wikipedia.de
Der Name Rabobank ist eine Abkürzung von Raiffeisen-Boerenleenbank. Der Namensteil „Raiffeisen“ geht auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurück, während „Boerenleenbank“ an die Wurzeln als bäuerliche Geldleihgenossenschaft erinnert.
Rabobank besteht heute aus einem Netz lokaler Rabobanken, Rabobank Nederland und mehreren Tochterorganisationen wie Athlon-Car Lease, Bouwfonds, de lage landen, FGHbank, Interpolis, Robeco, Sarasin, Schretlen & Co. Seit 1984 eröffnete Rabobank Büros in allen wichtigen europäischen Ländern, so auch in Frankfurt. Der Schwerpunkt in Deutschland liegt im Firmenkundengeschäft und hier im Food & Agri Bereich.
Sponsoring, Marketing
Rabobank (Radsportteam)
Quelle: Wikipedia.de
ING
Die ING Groep N.V. ist ein niederländischer Allfinanz-Dienstleister in der Form einer Aktiengesellschaft mit Sitz in Amsterdam.
Geschichte
Der Konzern entstand im Jahr 1991 aus einer Fusion des Versicherers Nationale-Nederlanden mit der NMB Postbank Group und nannte sich nach dem Zusammenschluss Internationale Nederlanden Groep (ING). Die Abkürzung ING wurde jedoch so bekannt, dass man den Namen entsprechend änderte.
Bei der ING Groep N.V. handelt es sich um eine Holding, die als Muttergesellschaft für verschiedene Banken und Versicherungen fungiert, so zum Beispiel für die niederländische ING Bank, oder die deutsche Tochter ING-DiBa. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist das Unternehmen der achtgrößte Finanzdienstleister weltweit und damit Spitzenreiter in den Niederlanden.
Auf der Forbes-Liste für das Geschäftsjahr 2007 ist die ING Groep nach Umsatz das neuntgrößte Unternehmen der Welt.
Nach den Fehlspekulationen Nick Leeson's und dem Zusammenbruch wurde die Barings Bank für den symbolischen Preis von 1 Pfund Sterling im Jahre 1995 übernommen. Im Jahre 1999 wurde die deutsche BHF-Bank übernommen.
Finanzkrise 2007/2008
Aufgrund der Finanzkrise musste die ING-Groep am 19. Oktober 2008 zehn Milliarden Euro Staatshilfen in Anspruch nehmen. Damit wird die Eigenkapitalquote gestärkt, folglich kann der Konzern sich zusätzliche Liquidität am Markt günstiger besorgen. Zusätzlich wird nach eigenen Angaben auch der Börsenkurs gestützt, der am 17. Oktober nach Bekanntgabe eines Verlustes von 500 Millionen Euro im dritten Quartal 2008 auf den niedrigsten Stand seit Mitte der 1990er-Jahre eingebrochen war. Für das Gesamtjahr 2008 wurde ein Nettoverlust von 171 Millionen EURO ausgewiesen. Die ING-Bank ist das erste holländische Finanzunternehmen, das Mittel aus einem Notfonds der niederländischen Regierung zur Unterstützung von Banken in Anspruch nimmt. Im Februar wurden 80 Prozent eines nominell 28 Milliarden Euro großen Immobilienkredit-Portfolios durch den niederländischen Staat übernommen.
Banken der Gruppe
ING Bank Śląski (Polen)
ING-DiBa (Deutschland)
ING Bank Deutschland AG (Deutschland)
ING Bank Evrazija (Russland)
ING Belgium SA/NV (Belgien)
Record Bank (Belgien)
ING Bank Türkiye (Türkei)
ING Luxembourg S.A. (Luxembourg)
ING TMB BANK (Thailand)
Asset Management
ING Investment Management
Sponsoring
Hauptsponsor des ING Renault F1 Teams (ab 2007, 45 Millionen Euro, läuft 2009 aus)
Quelle: Wikipedia.de
Geschichte
Der Konzern entstand im Jahr 1991 aus einer Fusion des Versicherers Nationale-Nederlanden mit der NMB Postbank Group und nannte sich nach dem Zusammenschluss Internationale Nederlanden Groep (ING). Die Abkürzung ING wurde jedoch so bekannt, dass man den Namen entsprechend änderte.
Bei der ING Groep N.V. handelt es sich um eine Holding, die als Muttergesellschaft für verschiedene Banken und Versicherungen fungiert, so zum Beispiel für die niederländische ING Bank, oder die deutsche Tochter ING-DiBa. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist das Unternehmen der achtgrößte Finanzdienstleister weltweit und damit Spitzenreiter in den Niederlanden.
Auf der Forbes-Liste für das Geschäftsjahr 2007 ist die ING Groep nach Umsatz das neuntgrößte Unternehmen der Welt.
Nach den Fehlspekulationen Nick Leeson's und dem Zusammenbruch wurde die Barings Bank für den symbolischen Preis von 1 Pfund Sterling im Jahre 1995 übernommen. Im Jahre 1999 wurde die deutsche BHF-Bank übernommen.
Finanzkrise 2007/2008
Aufgrund der Finanzkrise musste die ING-Groep am 19. Oktober 2008 zehn Milliarden Euro Staatshilfen in Anspruch nehmen. Damit wird die Eigenkapitalquote gestärkt, folglich kann der Konzern sich zusätzliche Liquidität am Markt günstiger besorgen. Zusätzlich wird nach eigenen Angaben auch der Börsenkurs gestützt, der am 17. Oktober nach Bekanntgabe eines Verlustes von 500 Millionen Euro im dritten Quartal 2008 auf den niedrigsten Stand seit Mitte der 1990er-Jahre eingebrochen war. Für das Gesamtjahr 2008 wurde ein Nettoverlust von 171 Millionen EURO ausgewiesen. Die ING-Bank ist das erste holländische Finanzunternehmen, das Mittel aus einem Notfonds der niederländischen Regierung zur Unterstützung von Banken in Anspruch nimmt. Im Februar wurden 80 Prozent eines nominell 28 Milliarden Euro großen Immobilienkredit-Portfolios durch den niederländischen Staat übernommen.
Banken der Gruppe
ING Bank Śląski (Polen)
ING-DiBa (Deutschland)
ING Bank Deutschland AG (Deutschland)
ING Bank Evrazija (Russland)
ING Belgium SA/NV (Belgien)
Record Bank (Belgien)
ING Bank Türkiye (Türkei)
ING Luxembourg S.A. (Luxembourg)
ING TMB BANK (Thailand)
Asset Management
ING Investment Management
Sponsoring
Hauptsponsor des ING Renault F1 Teams (ab 2007, 45 Millionen Euro, läuft 2009 aus)
Quelle: Wikipedia.de
UBS
Die UBS AG ist eine Schweizer Grossbank mit Hauptsitzen in Zürich und Basel, sie zählt zu den weltweit grössten Vermögensverwaltern.
Konzernüberblick
Die UBS AG entstand im Juni 1998 aus der Fusion der beiden Schweizer Grossbanken:
Schweizerische Bankgesellschaft (Union de Banques Suisses) mit Hauptsitz in Zürich (SBG/UBS)
Schweizerischer Bankverein mit Hauptsitz in Basel (SBV)
Die UBS ist in 50 Ländern und an allen wichtigen Finanzplätzen der Welt mit Niederlassungen vertreten. Am 31. Dezember 2007 beschäftigte der Konzern weltweit 83.560 Mitarbeiter, davon etwa 39 % in Nord- und Lateinamerika, 33 % in der Schweiz, 16 % im übrigen Europa und 12 % im asiatisch-pazifischen Raum. Ende 2007 verwaltete UBS 3,189 Billionen Franken Kundengelder und ist damit die grösste Vermögensverwalterin der Welt. Sie ist eine Aktiengesellschaft nach schweizerischem Recht. Ihre Aktien sind unter anderem an der SWX Swiss Exchange sowie an den Börsen in New York (NYSE) und Tokyo (TSE) gelistet.
Der Konzern ist in vier Bereiche eingeteilt: Global Wealth Management & Business Banking, Investment Bank, Global Asset Management und Corporate Center.
Konzernleitung und Verwaltungsrat
Konzernleiter (CEO) ist seit dem 26. Februar 2009 Oswald Grübel, er folgt auf Marcel Rohner.
Verwaltungsratspräsident ist Kaspar Villiger (seit 2009), Vizepräsident Sergio Marchionne (seit 2007). Zum Verwaltungsrat gehören zudem Sally Bott (seit 2008), Michel Demaré (seit 2009), Rainer-Marc Frey (seit 2008), Bruno Gehrig (seit 2008), Ann Godbehere (seit 2009), Axel Lehmann (seit 2009), Helmut Panke (seit 2004), William G. Parrett (seit 2008), David Sidwell (seit 2008) und Peter Voser (seit 2005).
Ausbildung
Die UBS AG bietet jährlich über 300 Plätze für Lehrlinge und Praktikanten in der gesamten Schweiz an. Nach Möglichkeit werden sämtliche Auszubildenden von der UBS AG nach der Ausbildung übernommen. Daneben bestehen weltweit Talentförderungsprogramme für die besten Lehrabsolventen sowie für Hochschulabgänger.
Wichtigste Geschäftsbereiche
Wealth Management
Mit einem Netz von zirka 180 Geschäftsstellen weltweit verwaltet die UBS eine Summe von mehr als 3,27 Billionen Franken (2,18 Billionen €).
Investment Banking und Wertschriftengeschäft
Die UBS gehört zu den weltweit grössten Investmentbanken und nimmt im Geschäft mit institutionellen und Firmenkunden eine führende Stellung ein.
Global Asset Management
Die UBS ist eine führende Vermögensverwalterin für institutionelle und private Kunden sowie Finanzintermediäre auf der ganzen Welt.
Privat- und Firmenkundengeschäft Schweiz
Im Schweizer Bankgeschäft beträgt der Marktanteil von UBS je nach Kundensegment zwischen einem Viertel und einem Drittel. Die UBS stellt Bank- und Wertschriftendienstleistungen für zirka 2,6 Millionen Privat- sowie rund 143.000 Firmenkunden bereit. Die Kundenbasis umfasst institutionelle Anleger, öffentliche Körperschaften und Stiftungen mit Sitz in der Schweiz sowie 3000 Finanzinstitute weltweit.
Geschichte
Die UBS wurde 1997 aus der 1912 entstandenen Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG) gebildet. 1998 folgte die Fusion mit dem 1854 gegründeten Schweizerischen Bankverein (SBV).
Schweizerische Bankgesellschaft (SBG), 1912–1997
1912 schlossen sich die 1862 gegründete Bank in Winterthur und die Toggenburger Bank, die 1863 gegründet wurde, zur Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG; Union de Banques Suisses, Unione di Banche Svizzere, Union Bank of Switzerland) zusammen.1945 wurde der Hauptsitz nach Zürich verlegt und, die in Turbulenzen geratene, Eidgenössische Bank wurde übernommen.1967 fusionierte die SBG mit der Interhandel wodurch sie zur damals grössten Schweizer Bank wurde. Ausserdem eröffnete sie ihre erste ausländische Niederlassung in London. 1975 gründete die SBG eine Niederlassung in New York. In den weiteren Jahren übernahm sie mehrere andere Banken, wie zum Beispiel 1996 die Ersparniskasse Langenthal (EKL), Appenzell-Ausserrhodische Kantonalbank oder die Hamburger Bank Schröder, Münchmeyer, Hengst & Co. im Jahr 1997. Am 30. Juli 1997 wurde die SBG in UBS umbenannt.
Schweizerischer Bankverein (SBV), 1854–1998
1854 wurde in Basel unter dem Namen Bankverein ein Konsortium aus sechs Privatbanken gebildet. 1871 wurde unter dem Namen Basler Bankverein in Frankfurt durch das Konsortium mit dem Frankfurter Bankverein eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Basel gegründet. 1872 öffnete der erste Schalter des Basler Bankvereins seine Tore.
1896 fusionierten der Zürcher Bankverein in Zürich mit dem Basler Bankverein. Der neue Basler und Zürcher Bankverein fusionierte im gleichen Jahr mit der Schweizerischen Unionbank in St. Gallen. Nach der Übernahme der Basler Depositenbank wurde der Name in Schweizerischer Bankverein umgewandelt. 1898 wurde die erste Auslandsniederlassung in London eröffnet.
1906 wurde die Banque d'Espine, Fatio & Cie in Genf übernommen, 1908 die Fratelli Pasquali in Chiasso. In den folgenden Jahren wurden weitere Banken wie die Bank für Appenzell A.Rh. in Herisau und 1912 die Banque d'Escompte et de Dépots in Lausanne und Aigle übernommen.
1917 änderte die Bank ihre Namen, mit Ausnahme des Deutschen, in Société de Banque Suisse (SBS) (bis anhin Bankverein Suisse), Società di Banca Svizzera (SBS) und Swiss Bank Corporation (SBC) (Swiss Bankverein). 1918 lag die Bilanzsumme erstmals über einer Milliarde CHF.
1937 führt der Bankverein sein neues Logo mit den drei Schlüsseln ein, die Vertrauen, Sicherheit und Verschwiegenheit symbolisieren. 1939 wurde in New York die erste Niederlassung in Amerika eröffnet. 1945 übernahm der Bankverein die zu den Schweizer Grossbanken zählende Basler Handelsbank, die am Ende des Zweiten Weltkriegs zahlungsunfähig geworden war. 1950 verfügte der Bankverein über 31 Niederlassungen in der Schweiz und 3 im Ausland. In den nächsten Jahren folgen weitere Niederlassungen in (Kanada, Südamerika und Europa).
1964 verlegten zwei Geschäftsleitungsmitglieder das erste Mal ihren Arbeitsplatz nach Zürich, der juristische Sitz blieb aber weiterhin Basel. Bis 1969 waren alle fünf Kontinente durch den Bankverein erschlossen (1966 Asien mit Tokyo und 1969 Australien in Sydney).
1972 wurde mit der Ständerätin Lise Girardin die erste Frau in den Verwaltungsrat gewählt.
Am 4. Februar 1998 stimmten die Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung in Basel der Fusion mit der UBS zu. Am 15. April wurde die 126. (und letzte) ordentliche Generalversammlung des Schweizerischen Bankvereins in Basel abgehalten. Über das Wochenende des 27./28. wurde die Fusion mit der UBS rechtlich vollzogen.
Entstehung der UBS AG (1997/98) und Entwicklung bis 2007
Am 8. Dezember 1997 wurde die Fusion zwischen der SBG/UBS und dem Schweizerischen Bankverein angekündigt, die am 1. Juli 1998 vollendet wurde. Vom Bankverein wurde dabei das Logo mit den drei Schlüsseln und von der SBG das Namenskürzel „UBS“ übernommen. Im Jahr 2000 wurde der US-amerikanische Vermögensverwalter PaineWebber Inc. übernommen. Im Mai 2003 übernahm UBS die französische Vermögensverwaltungsgeschäft von der Lloyds TSB. Im September des gleichen Jahres kaufte sie das Prime-Brokerage-Geschäft von ABN AMRO.
2004 erwarb UBS die Capital Markets Division der Charles Schwab Corporation, sowie das Vermögensverwaltungsgeschäft von Julius Bär in Nordamerika und das Vermögensverwaltungsgeschäft der Dresdner Bank in Lateinamerika.
2005 Übernahm die UBS den Immobilienarm der Siemens Kapitalanlagegesellschaft mbH und führte sie als UBS Real Estate Kapitalanlagegesellschaft mbH fort. Im September 2005 schloss die UBS einen Zusammenarbeitsvertrag mit der Bank of China. Im April 2006 gab UBS die Übernahme des Privatkundengeschäft der Piper Jaffray Companies und im Mai die Übernahme der brasilianischen Investment-Bank Banco Pactual S.A. bekannt und übernahm die globale Future- und Optionsgeschäft von ABN AMRO. Im September 2006 erwarb UBS das Geschäftsstellennetz von McDonald-Investments. 2008 hat UBS die Beteiligung an der Bank of China im Umfang von rund 3,4 Milliarden "Limited H-Shares" an institutionelle Anleger verkauft.
Beginn der Subprime-Krise (2007–2008)
In Folge der durch die „Subprime-Krise“ erlittenen Verluste musste UBS am 10. Dezember 2007 zusätzliche Abschreibungen in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar vornehmen. Um ihre Kapitalbasis zu stärken, kündigte die UBS gleichzeitig eine Kapitalerhöhung im Umfang von CHF 13 Milliarden in Form einer Privatplatzierung zweier Investoren an. CHF 11 Milliarden entfallen auf die Government of Singapore Investment Corporation Pte Ltd. (GIC), dem Staatsfonds von Singapur, und weitere CHF 2 Milliarden auf einen Investor aus dem Nahen Osten.
In der ausserordentlichen Generalversammlung am 27. Februar 2008 stimmten die Aktionäre der geplanten Kapitalerhöhung mit klarer Mehrheit zu. Eine von der Anlagestiftung Ethos beantragte Sonderprüfung wurde hingegen nur knapp abgelehnt.
Am 1. April 2008 gab die UBS in einer Medienmitteilung bekannt, dass sie für das 1. Quartal 2008 einen Reinverlust von ungefähr CHF 12 Milliarden Abschreibungen in Höhe von ungefähr USD 19 Milliarden auf Positionen im US-Immobilienmarkt und damit zusammenhängenden strukturierten Krediten erwartet. Damit erhöht sich die Gesamtsumme der bisherigen Abschreibungen auf CHF 40 Milliarden. In einer gleichentags veröffentlichten Medienmitteilung gab die UBS zudem bekannt, dass der bisherige VR-Präsident Marcel Ospel nicht mehr zur Wiederwahl in den Verwaltungsrat zur Verfügung steht. Der Verwaltungsrat der UBS gab darin auch bekannt, dass er der Generalversammlung vom 23. April 2008 die Wahl von Peter Kurer in den Verwaltungsrat beantragt. Dieser soll die Nachfolge von Marcel Ospel als Präsident übernehmen.
Nachdem mehrere Banken in Europa und den USA staatliche Finanzhilfe erhielten, wurde auch der UBS mit einer Finanzspritze geholfen. Der UBS wurden am 16. Oktober 2008 bis zu 60 Milliarden US-Dollar zugesprochen. Ursprünglich war vorgesehen, dass davon maximal 54 Milliarden US-Dollar von der Nationalbank in eine Zweckgesellschaft zum Erwerb von problembehafteten Wertpapieren der UBS fliessen. Die Höhe der in die Zweckgesellschaft zu transferierenden Aktiven wurde im Februar 2009 auf 39,1 Milliarden US-Dollar reduziert, wovon maximal 35 Milliarden US-Dollar von der SNB getragen werden. Der Staat selbst stellt der angeschlagenen UBS 6 Milliarden Franken in Form einer Pflichtwandelanleihe zur Verfügung.
Für das Geschäftsjahr 2008 vermeldet die UBS einen Reinverlust von 19,7 Mrd. CHF., wobei über 8 Mrd. Verlust im vierten Quartal angefallen sind. Im vierten Quartal hat die UBS ihre Risikopositionen verringert und Kosten abgebaut, es sind jedoch über 80 Milliarden an Kundengeldern abgeflossen. Aufgrund eines positiven Nettozufluss an Neugeldern im Januar sowohl im Wealth Management als auch im Asset Management spricht die UBS in einer Medienmitteilung von einem ermutigenden Start ins Jahr 2009, obwohl die Bank die Lage an den Finanzmärkten weiterhin als instabil bezeichnet.
Rechtliche Auseinandersetzungen mit den USA (2008/2009)
Im Juni 2008 wurde öffentlich bekannt, dass das amerikanische Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC gegen die UBS ermitteln. Der Vorwurf lautet auf regelmässige Beihilfe der UBS für zehntausende US-Staatsbürger zur Steuerhinterziehung in den Jahren 2000 bis 2007. Die UBS selbst bestätigte, dass Raoul Weil, Mitglied der UBS-Konzernleitung, vom Department of Justice in Florida angeklagt wurde. Aufgrund der strafrechtlichen Ermittlungen bietet die UBS seitdem keine grenzüberschreitenden Dienstleistungen mehr für die in den USA ansässigen Kunden im Private-Banking-Bereich.
Die USA beantragten im Sommer 2008 ein Amtshilfeverfahren in der Schweiz zur Herausgabe der Daten der betroffenen Bankkunden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) prüfte seither, ob die Preisgabe vertraulicher Bankdaten mit dem zwischen der Schweiz und den USA geltenden Doppelbesteuerungsabkommen vereinbar ist. Laut den in der Schweiz geltenden Regeln dürfen Banken Kundendaten nur weitergeben, wenn gegen konkrete Personen strafrechtlich relevante Vorwürfe erhoben werden. Die Nichtangabe von Vermögens- und Einkommenswerten gilt in der Schweiz im Gegensatz zu anderen Staaten jedoch nicht als Steuerbetrug, sondern als Steuerhinterziehung und ist somit nur eine Gesetzesübertretung und kein strafrechtlich relevanter Vorwurf. Diese Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug sorgt im Ausland häufig für Unverständnis.
Erste Untersuchungsergebnisse der EStV bezüglich der Preisgabe von von den USA geforderten Kundendaten wurden nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) für März oder April erwartet. Dies dauerte den US-Behörden jedoch zu lange und der Schweiz wurde eine Frist gesetzt, bis zu deren Ablauf sie die geforderten Daten herausgeben soll – andernfall drohe die Einleitung eines Strafverfahrens gegen die UBS in den USA. Kurz vor Ablauf dieser Frist, am 18. Februar, lenkte die UBS schliesslich ein. Auf Veranlassung der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA gab sie die geforderten 250 bis 300 Kundendaten heraus und stimmte einer Zahlung von 780 Millionen US-Dollar als „Rückzahlung ungerechtfertigter Gewinne“ (die in diesen Fällen auf rund 300 Millionen US-Dollar bei „hinterzogenen“ 18 Milliarden US-Dollar geschätzt werden) samt Strafaufauschlag zu. Dass die FINMA in diesem Fall einen Verstoss gegen das Bankgeheimnis zuliess, begründete sie mit den Artikeln 25 und 26 des Schweizer Bankengesetzes, die bei „drohender Insolvenzgefahr“ „Schutzmassnahmen“ gestatten. Die Herausgabe der Kundendaten wurde daher als Schutzmassnahme vor einem Gerichtsprozess in den USA, der die UBS zu weitaus höheren Strafzahlungen verurteilen könnte, betrachtet. Schweizer Medien und Politiker reagierten empört auf diese „Preisgabe des Bankgeheimnisses“ – die Neue Zürcher Zeitung bezeichnete dieses Vorgehen am nächsten Tag als „Kapitulation im Steuerstreit mit den USA“. Der Aktienkurs der UBS fiel am folgenden Freitag, den 20. Februar, um 14 % auf 11 CHF und am Montag darauf um weitere 9,1 % auf 10 CHF. Nachdem die Aktie am Dienstag erstmals unter 10 Franken schloss, erholte sich die Aktie in den folgenden Tagen wieder auf bis über 11 CHF, fiel aber am 5. März erneut auf ein Rekordtief von 9,52 CHF.
Die Zahlung von 780 Millionen US-Dollar und die Herausgabe von 250 bis 300 Kundendaten wurde in den Medien oft als „Ausgleich“ bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch um ein Deferred Prosecution Agreement. Dieses ist eine aussergerichtliche Einigung, bei welcher der Beschuldigte „eine gewisse Verantwortung für illegales Verhalten“ eingesteht, eine Busse bezahlt, Besserung gelobt und einer Beaufsichtigung zustimmt. Im Gegenzug wird vorläufig keine Anklage vor Gericht erhoben, was für ein Unternehmen existenzbedrohend sein könnte (so brach die Revisionsgesellschaft Arthur Andersen in den USA 2002 aufgrund eines Gerichtsprozesses zusammen und Zehntausende Angestellte wurden entlassen). Jedoch besteht diese Möglichkeit weiterhin, wenn der Beschuldigte im Verlauf einer von der Staatsanwaltschaft festgelegten „Bewährungsphase“ nicht ausreichend (nach Ermessen der Staatsanwaltschaft) mit der Staatsanwaltschaft kooperiert und sein rechtswidriges Handeln einstellt. Zudem droht die Staatsanwaltschaft mit der Veröffentlichung der Anklageschrift. Im Falle der UBS beträgt diese Phase 18 Monate. Am 20. Februar untersagte das Schweizer Bundesverwaltungsgericht die Herausgabe der UBS-Kundendaten, nachdem acht betroffene Bankkunden gegen die Verfügung der FINMA Beschwerde einreichten.
Kritik
1997 machte der bei der SBG angestellte Nachtwächter Christoph Meili die Vernichtung von Akten aus der Zeit des Nationalsozialismus publik. Im selben Jahr richteten der Schweizerische Bankverein und die Schweizerische Bankgesellschaft zusammen mit der Credit Suisse auf internationalen Druck hin einen Fonds zur Entschädigung von Holocaust-Opfern ein. Den Banken wurde vorgeworfen, Guthaben im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar zu lagern, die deutsche Nationalsozialisten jüdischen Bürgern geraubt und in der Schweiz deponiert hätten.
Siehe hierzu auch: Verfahren um jüdische Vermögen bei Schweizer Banken, Interhandel
Wie andere Schweizer Banken wurden die Vorgänger der UBS für ihre Geschäftsbeziehungen mit Südafrika zur Zeit der Apartheid kritisiert. 2002 wurde in New York eine Klage von 91 Apartheid-Opfern gegen UBS, Credit Suisse und 20 weitere westliche Unternehmen eingereicht, die durch Zusammenarbeit mit Apartheid-Südafrika dessen Menschenrechtsverstösse unterstützt haben sollen. Die Klage wurde im November 2004 abgewiesen und befindet sich in der Berufung.
Mediale Rezeption
Der Fall. Wie die UBS in den Strudel der Finanzkrise geriet. Dokumentation, Schweiz, 2008, 50 Min., Buch und Regie: Hansjürg Zumstein, Produktion: SF, Link zum Video
Quelle: Wikipedia.de
Konzernüberblick
Die UBS AG entstand im Juni 1998 aus der Fusion der beiden Schweizer Grossbanken:
Schweizerische Bankgesellschaft (Union de Banques Suisses) mit Hauptsitz in Zürich (SBG/UBS)
Schweizerischer Bankverein mit Hauptsitz in Basel (SBV)
Die UBS ist in 50 Ländern und an allen wichtigen Finanzplätzen der Welt mit Niederlassungen vertreten. Am 31. Dezember 2007 beschäftigte der Konzern weltweit 83.560 Mitarbeiter, davon etwa 39 % in Nord- und Lateinamerika, 33 % in der Schweiz, 16 % im übrigen Europa und 12 % im asiatisch-pazifischen Raum. Ende 2007 verwaltete UBS 3,189 Billionen Franken Kundengelder und ist damit die grösste Vermögensverwalterin der Welt. Sie ist eine Aktiengesellschaft nach schweizerischem Recht. Ihre Aktien sind unter anderem an der SWX Swiss Exchange sowie an den Börsen in New York (NYSE) und Tokyo (TSE) gelistet.
Der Konzern ist in vier Bereiche eingeteilt: Global Wealth Management & Business Banking, Investment Bank, Global Asset Management und Corporate Center.
Konzernleitung und Verwaltungsrat
Konzernleiter (CEO) ist seit dem 26. Februar 2009 Oswald Grübel, er folgt auf Marcel Rohner.
Verwaltungsratspräsident ist Kaspar Villiger (seit 2009), Vizepräsident Sergio Marchionne (seit 2007). Zum Verwaltungsrat gehören zudem Sally Bott (seit 2008), Michel Demaré (seit 2009), Rainer-Marc Frey (seit 2008), Bruno Gehrig (seit 2008), Ann Godbehere (seit 2009), Axel Lehmann (seit 2009), Helmut Panke (seit 2004), William G. Parrett (seit 2008), David Sidwell (seit 2008) und Peter Voser (seit 2005).
Ausbildung
Die UBS AG bietet jährlich über 300 Plätze für Lehrlinge und Praktikanten in der gesamten Schweiz an. Nach Möglichkeit werden sämtliche Auszubildenden von der UBS AG nach der Ausbildung übernommen. Daneben bestehen weltweit Talentförderungsprogramme für die besten Lehrabsolventen sowie für Hochschulabgänger.
Wichtigste Geschäftsbereiche
Wealth Management
Mit einem Netz von zirka 180 Geschäftsstellen weltweit verwaltet die UBS eine Summe von mehr als 3,27 Billionen Franken (2,18 Billionen €).
Investment Banking und Wertschriftengeschäft
Die UBS gehört zu den weltweit grössten Investmentbanken und nimmt im Geschäft mit institutionellen und Firmenkunden eine führende Stellung ein.
Global Asset Management
Die UBS ist eine führende Vermögensverwalterin für institutionelle und private Kunden sowie Finanzintermediäre auf der ganzen Welt.
Privat- und Firmenkundengeschäft Schweiz
Im Schweizer Bankgeschäft beträgt der Marktanteil von UBS je nach Kundensegment zwischen einem Viertel und einem Drittel. Die UBS stellt Bank- und Wertschriftendienstleistungen für zirka 2,6 Millionen Privat- sowie rund 143.000 Firmenkunden bereit. Die Kundenbasis umfasst institutionelle Anleger, öffentliche Körperschaften und Stiftungen mit Sitz in der Schweiz sowie 3000 Finanzinstitute weltweit.
Geschichte
Die UBS wurde 1997 aus der 1912 entstandenen Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG) gebildet. 1998 folgte die Fusion mit dem 1854 gegründeten Schweizerischen Bankverein (SBV).
Schweizerische Bankgesellschaft (SBG), 1912–1997
1912 schlossen sich die 1862 gegründete Bank in Winterthur und die Toggenburger Bank, die 1863 gegründet wurde, zur Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG; Union de Banques Suisses, Unione di Banche Svizzere, Union Bank of Switzerland) zusammen.1945 wurde der Hauptsitz nach Zürich verlegt und, die in Turbulenzen geratene, Eidgenössische Bank wurde übernommen.1967 fusionierte die SBG mit der Interhandel wodurch sie zur damals grössten Schweizer Bank wurde. Ausserdem eröffnete sie ihre erste ausländische Niederlassung in London. 1975 gründete die SBG eine Niederlassung in New York. In den weiteren Jahren übernahm sie mehrere andere Banken, wie zum Beispiel 1996 die Ersparniskasse Langenthal (EKL), Appenzell-Ausserrhodische Kantonalbank oder die Hamburger Bank Schröder, Münchmeyer, Hengst & Co. im Jahr 1997. Am 30. Juli 1997 wurde die SBG in UBS umbenannt.
Schweizerischer Bankverein (SBV), 1854–1998
1854 wurde in Basel unter dem Namen Bankverein ein Konsortium aus sechs Privatbanken gebildet. 1871 wurde unter dem Namen Basler Bankverein in Frankfurt durch das Konsortium mit dem Frankfurter Bankverein eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Basel gegründet. 1872 öffnete der erste Schalter des Basler Bankvereins seine Tore.
1896 fusionierten der Zürcher Bankverein in Zürich mit dem Basler Bankverein. Der neue Basler und Zürcher Bankverein fusionierte im gleichen Jahr mit der Schweizerischen Unionbank in St. Gallen. Nach der Übernahme der Basler Depositenbank wurde der Name in Schweizerischer Bankverein umgewandelt. 1898 wurde die erste Auslandsniederlassung in London eröffnet.
1906 wurde die Banque d'Espine, Fatio & Cie in Genf übernommen, 1908 die Fratelli Pasquali in Chiasso. In den folgenden Jahren wurden weitere Banken wie die Bank für Appenzell A.Rh. in Herisau und 1912 die Banque d'Escompte et de Dépots in Lausanne und Aigle übernommen.
1917 änderte die Bank ihre Namen, mit Ausnahme des Deutschen, in Société de Banque Suisse (SBS) (bis anhin Bankverein Suisse), Società di Banca Svizzera (SBS) und Swiss Bank Corporation (SBC) (Swiss Bankverein). 1918 lag die Bilanzsumme erstmals über einer Milliarde CHF.
1937 führt der Bankverein sein neues Logo mit den drei Schlüsseln ein, die Vertrauen, Sicherheit und Verschwiegenheit symbolisieren. 1939 wurde in New York die erste Niederlassung in Amerika eröffnet. 1945 übernahm der Bankverein die zu den Schweizer Grossbanken zählende Basler Handelsbank, die am Ende des Zweiten Weltkriegs zahlungsunfähig geworden war. 1950 verfügte der Bankverein über 31 Niederlassungen in der Schweiz und 3 im Ausland. In den nächsten Jahren folgen weitere Niederlassungen in (Kanada, Südamerika und Europa).
1964 verlegten zwei Geschäftsleitungsmitglieder das erste Mal ihren Arbeitsplatz nach Zürich, der juristische Sitz blieb aber weiterhin Basel. Bis 1969 waren alle fünf Kontinente durch den Bankverein erschlossen (1966 Asien mit Tokyo und 1969 Australien in Sydney).
1972 wurde mit der Ständerätin Lise Girardin die erste Frau in den Verwaltungsrat gewählt.
Am 4. Februar 1998 stimmten die Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung in Basel der Fusion mit der UBS zu. Am 15. April wurde die 126. (und letzte) ordentliche Generalversammlung des Schweizerischen Bankvereins in Basel abgehalten. Über das Wochenende des 27./28. wurde die Fusion mit der UBS rechtlich vollzogen.
Entstehung der UBS AG (1997/98) und Entwicklung bis 2007
Am 8. Dezember 1997 wurde die Fusion zwischen der SBG/UBS und dem Schweizerischen Bankverein angekündigt, die am 1. Juli 1998 vollendet wurde. Vom Bankverein wurde dabei das Logo mit den drei Schlüsseln und von der SBG das Namenskürzel „UBS“ übernommen. Im Jahr 2000 wurde der US-amerikanische Vermögensverwalter PaineWebber Inc. übernommen. Im Mai 2003 übernahm UBS die französische Vermögensverwaltungsgeschäft von der Lloyds TSB. Im September des gleichen Jahres kaufte sie das Prime-Brokerage-Geschäft von ABN AMRO.
2004 erwarb UBS die Capital Markets Division der Charles Schwab Corporation, sowie das Vermögensverwaltungsgeschäft von Julius Bär in Nordamerika und das Vermögensverwaltungsgeschäft der Dresdner Bank in Lateinamerika.
2005 Übernahm die UBS den Immobilienarm der Siemens Kapitalanlagegesellschaft mbH und führte sie als UBS Real Estate Kapitalanlagegesellschaft mbH fort. Im September 2005 schloss die UBS einen Zusammenarbeitsvertrag mit der Bank of China. Im April 2006 gab UBS die Übernahme des Privatkundengeschäft der Piper Jaffray Companies und im Mai die Übernahme der brasilianischen Investment-Bank Banco Pactual S.A. bekannt und übernahm die globale Future- und Optionsgeschäft von ABN AMRO. Im September 2006 erwarb UBS das Geschäftsstellennetz von McDonald-Investments. 2008 hat UBS die Beteiligung an der Bank of China im Umfang von rund 3,4 Milliarden "Limited H-Shares" an institutionelle Anleger verkauft.
Beginn der Subprime-Krise (2007–2008)
In Folge der durch die „Subprime-Krise“ erlittenen Verluste musste UBS am 10. Dezember 2007 zusätzliche Abschreibungen in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar vornehmen. Um ihre Kapitalbasis zu stärken, kündigte die UBS gleichzeitig eine Kapitalerhöhung im Umfang von CHF 13 Milliarden in Form einer Privatplatzierung zweier Investoren an. CHF 11 Milliarden entfallen auf die Government of Singapore Investment Corporation Pte Ltd. (GIC), dem Staatsfonds von Singapur, und weitere CHF 2 Milliarden auf einen Investor aus dem Nahen Osten.
In der ausserordentlichen Generalversammlung am 27. Februar 2008 stimmten die Aktionäre der geplanten Kapitalerhöhung mit klarer Mehrheit zu. Eine von der Anlagestiftung Ethos beantragte Sonderprüfung wurde hingegen nur knapp abgelehnt.
Am 1. April 2008 gab die UBS in einer Medienmitteilung bekannt, dass sie für das 1. Quartal 2008 einen Reinverlust von ungefähr CHF 12 Milliarden Abschreibungen in Höhe von ungefähr USD 19 Milliarden auf Positionen im US-Immobilienmarkt und damit zusammenhängenden strukturierten Krediten erwartet. Damit erhöht sich die Gesamtsumme der bisherigen Abschreibungen auf CHF 40 Milliarden. In einer gleichentags veröffentlichten Medienmitteilung gab die UBS zudem bekannt, dass der bisherige VR-Präsident Marcel Ospel nicht mehr zur Wiederwahl in den Verwaltungsrat zur Verfügung steht. Der Verwaltungsrat der UBS gab darin auch bekannt, dass er der Generalversammlung vom 23. April 2008 die Wahl von Peter Kurer in den Verwaltungsrat beantragt. Dieser soll die Nachfolge von Marcel Ospel als Präsident übernehmen.
Nachdem mehrere Banken in Europa und den USA staatliche Finanzhilfe erhielten, wurde auch der UBS mit einer Finanzspritze geholfen. Der UBS wurden am 16. Oktober 2008 bis zu 60 Milliarden US-Dollar zugesprochen. Ursprünglich war vorgesehen, dass davon maximal 54 Milliarden US-Dollar von der Nationalbank in eine Zweckgesellschaft zum Erwerb von problembehafteten Wertpapieren der UBS fliessen. Die Höhe der in die Zweckgesellschaft zu transferierenden Aktiven wurde im Februar 2009 auf 39,1 Milliarden US-Dollar reduziert, wovon maximal 35 Milliarden US-Dollar von der SNB getragen werden. Der Staat selbst stellt der angeschlagenen UBS 6 Milliarden Franken in Form einer Pflichtwandelanleihe zur Verfügung.
Für das Geschäftsjahr 2008 vermeldet die UBS einen Reinverlust von 19,7 Mrd. CHF., wobei über 8 Mrd. Verlust im vierten Quartal angefallen sind. Im vierten Quartal hat die UBS ihre Risikopositionen verringert und Kosten abgebaut, es sind jedoch über 80 Milliarden an Kundengeldern abgeflossen. Aufgrund eines positiven Nettozufluss an Neugeldern im Januar sowohl im Wealth Management als auch im Asset Management spricht die UBS in einer Medienmitteilung von einem ermutigenden Start ins Jahr 2009, obwohl die Bank die Lage an den Finanzmärkten weiterhin als instabil bezeichnet.
Rechtliche Auseinandersetzungen mit den USA (2008/2009)
Im Juni 2008 wurde öffentlich bekannt, dass das amerikanische Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC gegen die UBS ermitteln. Der Vorwurf lautet auf regelmässige Beihilfe der UBS für zehntausende US-Staatsbürger zur Steuerhinterziehung in den Jahren 2000 bis 2007. Die UBS selbst bestätigte, dass Raoul Weil, Mitglied der UBS-Konzernleitung, vom Department of Justice in Florida angeklagt wurde. Aufgrund der strafrechtlichen Ermittlungen bietet die UBS seitdem keine grenzüberschreitenden Dienstleistungen mehr für die in den USA ansässigen Kunden im Private-Banking-Bereich.
Die USA beantragten im Sommer 2008 ein Amtshilfeverfahren in der Schweiz zur Herausgabe der Daten der betroffenen Bankkunden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) prüfte seither, ob die Preisgabe vertraulicher Bankdaten mit dem zwischen der Schweiz und den USA geltenden Doppelbesteuerungsabkommen vereinbar ist. Laut den in der Schweiz geltenden Regeln dürfen Banken Kundendaten nur weitergeben, wenn gegen konkrete Personen strafrechtlich relevante Vorwürfe erhoben werden. Die Nichtangabe von Vermögens- und Einkommenswerten gilt in der Schweiz im Gegensatz zu anderen Staaten jedoch nicht als Steuerbetrug, sondern als Steuerhinterziehung und ist somit nur eine Gesetzesübertretung und kein strafrechtlich relevanter Vorwurf. Diese Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug sorgt im Ausland häufig für Unverständnis.
Erste Untersuchungsergebnisse der EStV bezüglich der Preisgabe von von den USA geforderten Kundendaten wurden nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) für März oder April erwartet. Dies dauerte den US-Behörden jedoch zu lange und der Schweiz wurde eine Frist gesetzt, bis zu deren Ablauf sie die geforderten Daten herausgeben soll – andernfall drohe die Einleitung eines Strafverfahrens gegen die UBS in den USA. Kurz vor Ablauf dieser Frist, am 18. Februar, lenkte die UBS schliesslich ein. Auf Veranlassung der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA gab sie die geforderten 250 bis 300 Kundendaten heraus und stimmte einer Zahlung von 780 Millionen US-Dollar als „Rückzahlung ungerechtfertigter Gewinne“ (die in diesen Fällen auf rund 300 Millionen US-Dollar bei „hinterzogenen“ 18 Milliarden US-Dollar geschätzt werden) samt Strafaufauschlag zu. Dass die FINMA in diesem Fall einen Verstoss gegen das Bankgeheimnis zuliess, begründete sie mit den Artikeln 25 und 26 des Schweizer Bankengesetzes, die bei „drohender Insolvenzgefahr“ „Schutzmassnahmen“ gestatten. Die Herausgabe der Kundendaten wurde daher als Schutzmassnahme vor einem Gerichtsprozess in den USA, der die UBS zu weitaus höheren Strafzahlungen verurteilen könnte, betrachtet. Schweizer Medien und Politiker reagierten empört auf diese „Preisgabe des Bankgeheimnisses“ – die Neue Zürcher Zeitung bezeichnete dieses Vorgehen am nächsten Tag als „Kapitulation im Steuerstreit mit den USA“. Der Aktienkurs der UBS fiel am folgenden Freitag, den 20. Februar, um 14 % auf 11 CHF und am Montag darauf um weitere 9,1 % auf 10 CHF. Nachdem die Aktie am Dienstag erstmals unter 10 Franken schloss, erholte sich die Aktie in den folgenden Tagen wieder auf bis über 11 CHF, fiel aber am 5. März erneut auf ein Rekordtief von 9,52 CHF.
Die Zahlung von 780 Millionen US-Dollar und die Herausgabe von 250 bis 300 Kundendaten wurde in den Medien oft als „Ausgleich“ bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch um ein Deferred Prosecution Agreement. Dieses ist eine aussergerichtliche Einigung, bei welcher der Beschuldigte „eine gewisse Verantwortung für illegales Verhalten“ eingesteht, eine Busse bezahlt, Besserung gelobt und einer Beaufsichtigung zustimmt. Im Gegenzug wird vorläufig keine Anklage vor Gericht erhoben, was für ein Unternehmen existenzbedrohend sein könnte (so brach die Revisionsgesellschaft Arthur Andersen in den USA 2002 aufgrund eines Gerichtsprozesses zusammen und Zehntausende Angestellte wurden entlassen). Jedoch besteht diese Möglichkeit weiterhin, wenn der Beschuldigte im Verlauf einer von der Staatsanwaltschaft festgelegten „Bewährungsphase“ nicht ausreichend (nach Ermessen der Staatsanwaltschaft) mit der Staatsanwaltschaft kooperiert und sein rechtswidriges Handeln einstellt. Zudem droht die Staatsanwaltschaft mit der Veröffentlichung der Anklageschrift. Im Falle der UBS beträgt diese Phase 18 Monate. Am 20. Februar untersagte das Schweizer Bundesverwaltungsgericht die Herausgabe der UBS-Kundendaten, nachdem acht betroffene Bankkunden gegen die Verfügung der FINMA Beschwerde einreichten.
Kritik
1997 machte der bei der SBG angestellte Nachtwächter Christoph Meili die Vernichtung von Akten aus der Zeit des Nationalsozialismus publik. Im selben Jahr richteten der Schweizerische Bankverein und die Schweizerische Bankgesellschaft zusammen mit der Credit Suisse auf internationalen Druck hin einen Fonds zur Entschädigung von Holocaust-Opfern ein. Den Banken wurde vorgeworfen, Guthaben im Wert von mehreren hundert Millionen US-Dollar zu lagern, die deutsche Nationalsozialisten jüdischen Bürgern geraubt und in der Schweiz deponiert hätten.
Siehe hierzu auch: Verfahren um jüdische Vermögen bei Schweizer Banken, Interhandel
Wie andere Schweizer Banken wurden die Vorgänger der UBS für ihre Geschäftsbeziehungen mit Südafrika zur Zeit der Apartheid kritisiert. 2002 wurde in New York eine Klage von 91 Apartheid-Opfern gegen UBS, Credit Suisse und 20 weitere westliche Unternehmen eingereicht, die durch Zusammenarbeit mit Apartheid-Südafrika dessen Menschenrechtsverstösse unterstützt haben sollen. Die Klage wurde im November 2004 abgewiesen und befindet sich in der Berufung.
Mediale Rezeption
Der Fall. Wie die UBS in den Strudel der Finanzkrise geriet. Dokumentation, Schweiz, 2008, 50 Min., Buch und Regie: Hansjürg Zumstein, Produktion: SF, Link zum Video
Quelle: Wikipedia.de
Sumitomo Mitsui Financial Group
Das Unternehmen Sumitomo Mitsui Financial Group, Inc.(gesprochen: kabushiki-gaisha Mitsui Sumitomo Finansharu Gurūpu) ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen in Japan und drittgrößte Bank in Japan. Der Hauptsitz der Firma befindet sich in Tokio. Das Unternehmen entstand 2002 und gehört zur Sumitomo Group.
Im Unternehmen sind 20.322 Menschen beschäftigt (2006). Präsident des Unternehmens ist Teisuke Kitayama (2005).
2008 unterstützt das Unternehmen die britische Bank Barclays Bank mit einer Finanzspritze in Milliardenhöhe.
Quelle: Wikpedia.de
Im Unternehmen sind 20.322 Menschen beschäftigt (2006). Präsident des Unternehmens ist Teisuke Kitayama (2005).
2008 unterstützt das Unternehmen die britische Bank Barclays Bank mit einer Finanzspritze in Milliardenhöhe.
Quelle: Wikpedia.de
Deutsche Bank
Die Deutsche Bank AG ist das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands. Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main ist als Universalbank tätig und betreibt bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur und Sydney. Die Bank entwickelte sich im 20. Jahrhundert unter anderem durch Übernahmen und Fusionen in Deutschland (1914–1929, 1957) sowie in Großbritannien und den Vereinigten Staaten (ab 1989) zur Großbank. Im deutschen Privatkundengeschäft hat sie jedoch (2007) einen Marktanteil von lediglich etwa 6 %.
Entwicklung
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main; im Volksmund werden die beiden Hochhäuser auch als „Soll“ und „Haben“ bezeichnet.
Zu Beginn wurde das Unternehmen von einem Direktorium geleitet. Der Verwaltungsrat hatte jedoch weitreichende Kontroll- und Entscheidungsrechte. Erst die Aktienrechtsreform von 1884 brachte die heute noch übliche Aufgabenteilung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Seitdem wurde der Vorstand von einem Vorstandssprecher geleitet, was die Rolle des Primus inter Pares verdeutlichen soll. Auch war es üblich, Entscheidungen einstimmig zu treffen. Die Umbenennung des Verwaltungsrates in Aufsichtsrat setzte die Bank erst nach Ausscheiden des langjährigen Vorsitzenden Adelbert Delbrück im Jahr 1889 um.
Im Januar 2002 beschloss die Deutsche Bank eine Änderung ihrer Führungsstruktur. Der Vorstand, bis dahin traditionell elfköpfig, konzentriert sich seitdem auf Strategie und Kontrolle, während das neue, offiziell unter dem Vorstand angesiedelte Gremium, das Group Executive Committee (GEC), im operativen Geschäft entscheidet. Dem GEC gehören neben dem Vorstand die Konzernbereichsleiter an, womit insbesondere die für das Investmentbanking und das internationale Geschäft verantwortlichen Londoner Deutschbanker erheblich an Einfluss gewonnen haben. Dies passt zu der schon unter Hilmar Kopper erdachten Strategie, das Unternehmen von einer deutschen Filialbank zum Weltkonzern umzubauen.
Am 1. Februar 2006 brach die Bank mit der Tradition des Vorstandssprechers und ernannte Josef Ackermann im Rahmen seiner Vertragsverlängerung zum Vorstandsvorsitzenden. Begründung war, dass man sich den allgemeinen Gepflogenheiten anpassen wollte.
Aufbauorganisation
Die Aufbauorganisation des Deutsche Bank Konzerns entspricht einer doppelten Matrix. Auf Konzernebene gibt es neben dem Vorstandsvorsitz drei zentrale Querschnittsfunktionen. Daneben besteht eine zentrale Verantwortung für die einzelnen Regionen, in denen die Deutsche Bank vertreten ist. Das operative Geschäft wird in Sparten geführt, die in Unternehmensbereiche und in einer weiteren Untergliederung zum Teil in Geschäftsbereiche unterteilt sind. Alle Leiter dieser Führungsorganisation bilden gemeinsam das Group Executive Committee des Konzerns.
Geschichte
Von 1870 bis zu Industrieprojekten 1880–1890
Seit dem Frühjahr 1869 hatte Adelbert Delbrück vergeblich versucht, das Bankhaus Mendelssohn von seiner Idee, eine große Bank zu schaffen, hauptsächlich für den überseeischen Handel, die uns unabhängig von England machen soll, zu überzeugen. Zuspruch fand er dagegen beim weitgereisten Bankier und Politiker Ludwig Bamberger, der zu jener Zeit südamerikanische und ostasiatische Kreditgeschäfte über London abwickeln musste und so das von Delbrück angesprochene Problem am eigenen Leib zu spüren hatte. Bamberger schrieb später in seinen Erinnerungen:
Diese Erfahrungen gaben den Anstoß, dass, als Ende der sechziger Jahre, bei meinem ersten längeren Aufenthalt in Berlin Adelbert Delbrück, der Chef des Bankhauses Delbrück, Leo & Co., mir von dem Unternehmen einer zu gründenden Deutschen Bank sprach mit der Aufforderung, mich an deren Bildung und Organisation zu beteiligen, ich willig darauf einging im Hinblick auf die dem deutschen Bankwesen nach transatlantischen Gebieten zu erobernde Ausdehnung, für die ich mir einige Kenntnisse zutraute.
In den nächsten Monaten warben Delbrück und Bamberger um weitere Unternehmer, die sich an dem Projekt beteiligen wollten. Dem Gründungskomitee gehörten schließlich an:
Hermann Zwicker (Bankhaus Gebr. Schickler, Berlin)
Anton Adelssen (Bankhaus Adelssen & Co Berlin)
Adelbert Delbrück
Heinrich Hardt (Hardt & Co., New York, Berlin)
Ludwig Bamberger
Victor Freiherr von Magnus
Adolph vom Rath (Bankhaus Deichmann & Co., Köln)
Gustav Kutter (Bankhaus Sulzbach, Frankfurt)
Gustav Müller (Württembergische Vereinsbank, Stuttgart)
Im Juli 1869 verabschiedete das Komitee eine Denkschrift, in der es hieß:
Die deutsche Flagge trägt den deutschen Namen jetzt in alle Welttheile, hier wäre ein weiterer Schritt getan, dem deutschen Namen in ferneren Gegenden Ehre zu machen und endlich Deutschland auf dem Felde der finanziellen Vermittelung eine Stellung zu erobern, - angemessen derjenigen, die unser Vaterland bereits auf dem Gebiete der Civilisation, des Wissens und der Kunst einnimmt. (...) Aber nicht ausschließlich deutsche Mitwirkung braucht dies Unternehmen zu stützen, das sich auf den cosmopolitischen Standpunkt stellen sollte.
Diese Denkschrift wurde dem Antrag auf Konzession zur Aktiengesellschaft, die bisher in Preußen nur einem Bankhaus, dem A. Schaaffhausen’schen Bankverein erteilt worden war, beigefügt.
Der Hauptsitz des Unternehmens sollte sich in Berlin befinden, nicht zuletzt, weil die Gründung der Deutschen Bank einem wahrhaft patriotischen Gedanken entsprungen sei.
Diese von Anfang an zugleich ökonomischen (...) und nationalen (...) Ziele schienen ausschlaggebend für die Erteilung der Konzession gewesen zu sein, jedenfalls wurde vom preußischen Handelsministerium bereits zwölf Tage nach der Gründungsversammlung, die am 22. Januar 1870 stattgefunden hatte, ein Vorbescheid herausgegeben. Das Verfahren war von Minister Itzenplitz und dem wohlwollenden Reichskanzler Otto von Bismarck vorangetrieben worden. Itzenplitz schrieb am 10. Februar 1870 an Bismarck:
Verfolgt und erreicht die Deutsche Bank ihren Zweck, so kann sie in der That von großer Bedeutung für die Entwicklung der Handelsverhältnisse werden. Von Wichtigkeit erscheint es uns, dass eine solche Gesellschaft in Berlin ihren Sitz hat.
Genau vier Wochen später, am 10. März, wurde durch allerhöchsten Erlass Sr. Majestät des Königs von Preussen das Gründungsstatut der Deutschen Bank genehmigt. Dieser Tag gilt als offizielles Gründungsdatum der Aktiengesellschaft. Das Aktienkapital betrug 5 Millionen Taler (15 Millionen Mark, heutiger Gegenwert ca. 1 Milliarde €).
Die Öffentlichkeit sah die Neugründung zunächst sehr kritisch. So bezweifelte die bissige Frankfurter Wirtschaftszeitung „Der Aktionär“ die Fähigkeit der Gründer ein derartiges Institut den modernen Anforderungen entsprechend zu leiten (...), selbst wenn es wahr sein sollte, dass die Bank bei den Riffpiraten, den Kaffern und bei den Schwarzfuß-Indianern Kommanditen errichten will.
Am 9. April 1870 nahm die Deutsche Bank ihren Geschäftsbetrieb in den eher bescheidenen Räumen in der Französischen Straße 21 auf.
Die ersten Direktoren waren Wilhelm Platenius, Georg von Siemens und Hermann Wallich.
Wie sich herausstellte, war Berlin für das internationale Geschäft weniger gut geeignet als etwa Hamburg oder Bremen. So entschloss man sich im Juli 1871, eine erste Zweigstelle in Bremen zu eröffnen. Ein Jahr später folgte Hamburg. Auch schien es notwendig, in der Welthandelsmetropole London präsent zu sein. Dies führte 1871 zur Gründung der „German Bank of London“, an der die Deutsche Bank zu über 40 % beteiligt war. Nachdem sich die Neugründung als verlustträchtig erwies, entschied man sich 1873 für die Eröffnung einer eigenen Zweigstelle („Deutsche Bank (Berlin) London Agency“). 1879 verkaufte man schließlich die Anteile an der „German Bank of London“ mit einem Verlust von 117.000 Mark.
Auch das Asiengeschäft, in das die Deutsche Bank 1872 mit der Eröffnung von Filialen in Shanghai und Yokohama eingestiegen war, brachte Verluste, da das Betriebskapital in Asien auf Silbervaluten beruhte, die 1873 entwertet wurden. 1875 mussten die Zweigstellen wieder geschlossen werden.
Von 1872 bis 1877 bzw. 1882 beteiligte sich die Deutsche Bank als Kommanditist bei Firmen in Paris und New York City.
1886 wurde mit der Gründung der Deutschen Übersee-Bank ein Schritt zur Erschließung des südamerikanischen Marktes gemacht, der auch einen Kurswechsel der Unternehmensstrategie erkennen lässt: War unter Adelbert Delbrück, der 1889 seinen Hut als Aufsichtsratsvorsitzender genommen hatte, versucht worden, den internationalen Markt langsam und mit der Gründung eigener Filialen zu erobern, so bemühten sich Hermann Wallich und Georg von Siemens, die nicht mehr den traditionellen Privatbankier darstellten, sondern zukunftsorientiert als Manager fungierten, den Überseemarkt durch Tochterinstitute zu beherrschen. Mit dieser neuen Form des Auslandsengagements entwickelte sich das Geschäft mit regelmäßigem, befriedigendem Fortschritt.
Davon zeugte u. A. auch der Bezug der prächtigen, neuen Zentrale 1879. Diverse Übernahmen, darunter die des Berliner Bankvereins (1876), der Deutschen Union-Bank (1876) und des Frankfurter Bankvereins (1886) ließen die Deutsche Bank zur größten des Deutschen Kaiserreiches aufsteigen, die großen Rivalen von Disconto-Gesellschaft und Dresdner Bank konnte man bereits 1876 hinter sich lassen.
Das Inlandsgeschäft beruhte vor allem auf den großen Depositenbeständen (1910: 558 Mio. Mark). Hermann Wallich sah dies als einzige Möglichkeit für dauerhafte Profilierung im Inland. Er warnte vor „verkappten Speculationen“ und lehnte es ab „den Schwerpunkt unseres Wirkungskreises in der Börse zu suchen.“
In der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg war der Ausbau des Filialnetzes nur ein zweitrangiges Ziel und alle wichtigen Geschäfte wickelte man über die Berliner Zentrale ab. Dennoch folgten auf Filialeröffnungen in Bremen und Hamburg auch Zweigstellen in Frankfurt (1886), München (1901), Leipzig (1901), Dresden (1901), Nürnberg; und Augsburg (1906).
Georg von Siemens legte seit dem Ausstieg Delbrücks sein Hauptaugenmerk auf den internationalen Geldverkehr einerseits (darunter besonders Südamerika und Ostasien, das Osmanische Reich, sowie in geringerem Maße die Deutschen Kolonien) und einen engen Kontakt zur deutschen Industrie andererseits. So war die Deutsche Bank seit 1874 das Kreditinstitut der Firma Krupp, später auch für die Textilindustrie. 1881 beteiligte sich die Deutsche Bank in Höhe von 2,5 Mio. Mark an der Übernahme der „Aktien-Gesellschaft für Anilinfabrikation“ (Vorläufer Gesellschaft der "BASF"). Weitere Großkunden waren Bayer (seit 1886) und BASF. Als Großaktionär hielt die Deutsche Bank Anteile der Firmen AEG (1887 hatte man deren Gründung finanziert) und Siemens & Halske. Des Weiteren war die Deutsche Bank auf Anraten Werner von Siemens' im Aufsichtsrat der Mannesmann-Röhrenwerke seit 1890 vertreten und hielt Mannesmann-Aktien im Wert von 3 Mio. Mark. Außerdem finanzierte das Institut die Umwandlung der Siemens-Schuckertwerke in eine Aktiengesellschaft
1909 wechselte Carl Klönne in den Vorstand der Deutschen Bank. Siemens war es gelungen, einen der profiliertesten Experten für Unternehmensfinanzierung insbesondere im Bereich der westdeutschen Kohle- und Stahlindustrie für das Institut zu gewinnen. Mit ihm begann nicht nur eine enge Zusammenarbeit mit der Essener Credit-Anstalt (1903), sondern zu Klönnes angestammten Großkunden, darunter der Bochumer Verein, der Schalker Verein, die Harpener Bergbaugesellschaft und der Essener Bergwerksverein König Wilhelm. Das Industriegeschäft war dank Klönne erstmals auf eine breite Grundlage gestellt. Klönne pflegte auch einen regen Briefverkehr mit August Thyssen.
Währenddessen entwickelte sich das Überseegeschäft in rasanter Geschwindigkeit. Hatte die Deutsche Überseeische Bank 1893 noch knapp 1,7 Mrd. Mark Umsatz gemacht, so betrug er 1899 5,6 Mrd. Mark und 1913 fast 22 Mrd. Mark. Die Banco Alemán Transatlántico erwies sich als wichtige Stütze des Geschäfts der Deutschen Bank. Die gute Entwicklung in Argentinien, woher 1900 20 % der Weltproduktion an Weizen stammten, ließ auf weiteres Wachstum am boomenden Südamerika-Markt hoffen.
Als 1895 die Disconto-Gesellschaft die Bank für Chile und Deutschland mit Filialen in Berlin und Valparaíso gründete, zögerte auch die Banco Alemán Transatlántico nicht lange mit einer Filialeneröffnung in Chile. Die dezentrale Wirtschaftsstruktur Chiles machte die Eröffnung weiterer Zweigstellen notwendig, 1897 in Iquique und Santiago de Chile. Trotz der großen Wirtschaftskrise in Chile 1898 wurde das Filialnetz immer engmaschiger, als Concepción und Valdivia folgten. Auch in Argentinien wurden weitere Niederlassungen gegründet, bis zum Ersten Weltkrieg in Bahia Blanca, Cordoba, San Miguel de Tucumán, Bell-Ville, Mendoza und Rosario. Schließlich folgte die Expansion nach ganz Lateinamerika: Mexiko (1902), Peru und Bolivien (1905), Uruguay (1906) und Brasilien (1911, São Paulo und Rio de Janeiro).
Zur Ergänzung wurde mit einem weiteren Tochterinstitut, der Zentralamerika-Bank, der mittelamerikanische Markt versorgt. Initiator dieser beispiellosen Expansion war Ludwig Roland-Lücke, von 1894 bis 1907 Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und Direktor der Deutschen Überseeischen Bank. Ein gemeinsames Projekt von Deutscher Bank und der AEG, die Deutsch-Überseeische Elekticitäts-Gesellschaft (1898 ins Leben gerufen) war bereits 1909 das größte Stromversorgungsunternehmen Argentiniens und warf satte Gewinne ab.
Nach dem Scheitern der eigenen Filialen in Ostasien startete man 1899 mit der Gründung der Deutsch-Asiatischen Bank, einer weiteren Tochterfirma, einen neuen Anlauf auf den Markt des Fernen Ostens. Dies bedeutete auch das erste gemeinsame Projekt mit der Disconto-Gesellschaft, deren Geschäftsführer Adolph von Hansemann die Neugründung angeregt hatte. Das in Shanghai ansässige, neue Institut, das sich am Anfang auf Handelsfinanzierung beschränkte, hatte zu Beginn mit starker (vor allem britischer) Konkurrenz zu kämpfen. Bis 1913 entwickelte sich die Deutsch-Asiatische Bank mit Erfolg und es konnten sieben Zweigstellen in China (darunter auch Hongkong und Tsingtao), zwei in Japan (Yokohama und Kobe), sowie jeweils eine in Singapur und Kalkutta eröffnet werden. Die Deutsch-Asiatische Bank war die Vorgängerin der Deutschen Bank (Asia Pacific), die bis heute als Konzerntochter der Deutschen Bank in großem Stil im asiatischen Raum agiert.
Georg von Siemens sah ebenso auf dem amerikanischen Markt große Chancen. 1883 schrieb er an Kilian von Steiner:
„Ich glaube, dass wir in Berlin auch an die amerikanischen Sachen heranmüssen, schließlich liegt uns Amerika näher als Italien, trotz des Gotthards“
So freute er sich ganz besonders, als er noch im selben Jahr auf die pompöse Eröffnungsfeier der Northern Pacific Railroad eingeladen wurde. Vom redegewandten Präsidenten der Bahnlinie, Henry Villard, und der glanzvollen Festivität geblendet, stimmte Siemens im Überschwang der Beteiligung an der in prekärer finanzieller Lage befindlichen Northern Pacific-Bahnlinie zu. Noch während der Feier verlor die Aktie beinahe die Hälfte ihres Wertes. Doch Siemens blieb bei seinem Entschluss und rief währenddessen die Deutsch-Amerikanische Treuhand-Gesellschaft AG zur Förderung deutscher Investitionen in den USA mit einem Kapital von 20 Mio. Mark ins Leben. Bis 1895 war der Northern Pacific weiter auf Talfahrt, bevor sich mit James J. Hill eine Kooperation mit der Great Northern Railway ergab. 1896 hatte der Kurs wieder seinen Einführungswert erreicht. Dennoch blieb der Northern Pacific ein Verlustgeschäft von mehreren Millionen Mark. Georg von Siemens, für den das ganze ohnehin ein herber Rückschlag war, stellte zur Deckung des finanziellen Verlustes einen großen Teil seines eigenen Vermögens bereit.
Am 27. Juni 1903 kam es zu einer Einigung zwischen dem Wiener Bankverein, der Deutschen Bank und der rumänischen Regierung: Die Deutsche Bank hatte sich entschlossen, die Mehrheit des rumänischen Erdölunternehmens Steaua Romana zu übernehmen und Arthur von Gwinner mehr Verhandlungsgeschick bewiesen, als die Vertreter von John D. Rockefellers Standard Oil Company und der Disconto-Gesellschaft. Danach folgte die Reorganisation der Erdölgesellschaft. Ein Jahr nach Erwerb von Steaua fasste die Deutsche Bank ihre gesamte Aktivität im Erölgeschäft in einer Holding zusammen, in der auch die Deutsche Petroleum-Aktiengesellschaft (DPAG) zu finden war.
Über das Engagement beim Erdöl machte Emil Georg von Stauß Karriere: 1904 noch Generaldirektor der DPAG, übernahm er 1914 die Leitung der Steaua und 1915 die Vorstandsmitgliedschaft der Deutschen Bank. Durch das Zuvorkommen beim Erwerb der Steaua verschärfte sich die Rivalität zwischen Disconto-Gesellschaft und Deutscher Bank. Zudem verkaufte Standard Oil immer dort sein Öl, wo ein Tag später die Öllieferung der Erdöl-Holding der Deutschen Bank ankommen sollte. So rentierte sich das Geschäft absolut nicht und die englischen Teilhaber der Holding bemerkten, man solle doch das Zeug lieber in den Rhein gießen. In dieser verzwickten Lage sah sich Gwinner genötigt, mit den Amerikanern zu verhandeln, was 1907 dazu führte, dass Standard Oil die deutschen Öl- und Petroleum-Preise diktieren konnte. Gwinner protestierte bei der Reichsregierung und forderte die Errichtung eines Reichspetroleummonopols, was aber bis zuletzt am Veto der Disconto-Gesellschaft scheiterte, die einen Kooperationspakt mit Standard Oil unterzeichnet hatte. Rückblickend schrieb Arthur von Gwinner:
Schließlich hat die Deutsche Bank sogar viel Geld an dem Geschäft verdient. Doch wenn ich's noch einmal zu tun hätte, würde ich die Petroleumgeschäfte als Bankmann nie wieder anrühren.
Zu den größten Industrie-Projekten der ersten Jahrzehnte zählte auch die Finanzierung der Bagdadbahn (Osmanisches Reich, 1888).
Filialnetz und Fusionen bis 1929
Zunächst wuchs das innerdeutsche Filialnetz nur langsam. Die ersten Filialen wurden in den Hafenstädten Bremen 1871 und Hamburg 1872 gegründet. 1886 wurde der Frankfurter Bank-Verein übernommen, 1892 eine Filiale in München errichtet. 1901 übernahm die Deutsche Bank das im Bau befindliche Gebäude der insolvent gewordenen Leipziger Bank, im gleichen Jahr wurden in Dresden, 1905 in Nürnberg und 1906 in Augsburg Filialen gegründet.
Die regionale Präsenz wurde zu Beginn „befreundeten“ Banken überlassen, an denen die Deutsche Bank beteiligt war. Ab 1914 fusionierte die Deutsche Bank mit einigen dieser Regionalbanken, so 1914 mit der Bergisch-Märkischen Bank in (Wuppertal-)Elberfeld und 1917 mit der Norddeutschen Creditanstalt in Königsberg und dem Schlesischen Bankverein in Breslau. Dadurch entstand mit 38 neuen Niederlassungen eine Filialbank und gleichzeitig die größte Universalbank der Welt. Während des Ersten Weltkrieges konnte die Deutsche Bank 6,5 Mrd. Mark Reichsanleihen unterbringen und zählte 1917 zu den Mitbegründern der Universum-Film-Aktiengesellschaft UFA. Diese sollte im Auftrag der Militärverwaltung das neue Medium Film zu einer effektiveren Propaganda nutzen.
In der Weimarer Republik expandierte die Deutsche Bank weiter durch Fusionen, Übernahmen oder Aktientausch mit vielen Regionalbanken, so
1920 mit der Hannoverschen Bank in Hannover, der Braunschweiger Privatbank AG, der Privatbank zu Gotha, dem Elberfelder Bankverein in Elberfeld
1922 Übernahme von Niederlassungen der Pfälzischen Bank (Ludwigshafen) in Bayern und Frankfurt.
1923 betrug die Anzahl der Niederlassungen 146. Es folgten noch
1924 die Württembergische Vereinsbank in Stuttgart,
1925 die Essener Credit-Anstalt in Essen und die Siegener Bank,
1927 die Lübecker Privatbank in Lübeck,
1928 die Hildesheimer Bank und die Osnabrücker Bank.
1929 erfolgte schließlich die Megafusion mit dem großen Rivalen, der Disconto-Gesellschaft, zur „Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft“, mit 289 Niederlassungen. In der neuen Bank gingen außerdem die Norddeutsche Bank aus Hamburg, der A. Schaaffhausen'sche Bankverein aus Köln, die Rheinische Creditbank aus Mannheim, das Bankhaus Böcking, Karcher & Cie aus Kaiserslautern sowie die Süddeutsche Disconto-Gesellschaft aus Mannheim auf.
NS-Zeit und die Folgen
Die Machtübernahme der Nazis hatte direkte Folgen in der Führung der Bank. So wurde der jüdische Vorstandssprecher Oscar Wassermann noch vor der Hauptversammlung im Juni 1933 vorzeitig entfernt und durch den assimilierten Juden Georg Solmssen (eigentlich: Salomonsohn) ersetzt, der aber seinerseits 1934 durch einen Nichtjuden ersetzt wurde.
Aus der Gründergeneration war Max Steinthal im Aufsichtsrat der Bank verblieben, schied aber 1935 aus, um der Bank "keine Schwierigkeiten zu machen". Er und seine Frau Fanny wurden später enteignet und starben 1940 mittellos im Hotel Eden Berlin. Der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann stellte 2008 die an diese und andere tragischen Biographien erinnernden Stipendien am Abraham-Geiger-Kolleg Potsdam ein und erntete dafür Kritik aus dem Deutschen Bundestag, weil er sich der historischen Verantwortung der Bank nicht stellen wolle.
Während der Zeit des Nationalsozialismus war die Deutsche Bank im Rahmen der so genannten Arisierung an der Enteignung jüdischer Bürger beteiligt, wie z. B. bei der Aronwerke Elektrizitäts-AG in Berlin. Die Beteiligung an der Arisierung von mehr als 330 Unternehmen (z. B. Bankhaus Mendelssohn, Bondi & Maron) erfolgte insbesondere durch gewährte Kredite, aber auch durch eigenen Erwerb und Weiterverkauf, wie bei der Hubertus AG des Petschek-Konzerns. Insgesamt war die Vermittlung von zu verkaufenden Vermögenswerten ein gewinnträchtiges Provisionsgeschäft und half so der nationalsozialistischen Diktatur bei der Umsetzung ihrer rassistischen Ziele.
Infolge der Besetzung Europas durch das nationalsozialistische Regime expandierte auch die Deutsche Bank und übernahm u. a. 1938 zuerst im Sudetenland, später auch in Böhmen und Mähren, die Böhmische Union-Bank sowie in Österreich bis 1942 komplett die Creditanstalt-Bankverein in Wien. Insbesondere die späteren Geschäfte der Böhmischen Union-Bank waren geprägt durch den Kauf arisierter (d. h. letztendlich enteigneter) Unternehmungen in Osteuropa und den Verkauf vor allem an die Reichswerke Hermann Göring oder an das Wirtschaftsimperium der SS. Auch die Deutsche Bank verdiente am Handel mit dem Gold ermordeter Juden sowie an der Finanzierung von Unternehmen, die in Auschwitz auf der Baustelle Bunawerk der I.G. Farben oder für die dortige SS tätig waren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den US-Amerikanern erwogen, die Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank und der anderen Großbanken in Nürnberg als Kriegsverbrecher anzuklagen, was jedoch nicht geschah, da sie nicht mit einer Verurteilung rechneten. Im Hinblick auf die Verstrickungen der drei deutschen Großbanken, zu denen auch die Dresdner Bank und die Commerzbank zählten, in die Nazi-Verbrechen empfahl die US-amerikanische Militärbehörde OMGUS noch vor den Nürnberger Urteilssprüchen die Zerschlagung dieses Bankengeflechts[15]. In der Ostzone (SBZ) wurden alle Großbanken enteignet und in den Westzonen insbesondere auf Initiative der USA dezentralisiert. Hintergrund hierfür war zum einen das vom New Deal geprägte Misstrauen der amerikanischen Verwaltung gegen eine Machtagglomeration des Big Business, zum anderen die Beteiligung der Großunternehmen an den Verbrechen des Nationalsozialismus.[14]
Dadurch war die Deutsche Bank ab dem 1. April 1948 mit zehn kleineren Regionalbanken tätig.
Die Bayerische Creditbank mit Sitz in München
Die Disconto Bank mit Sitz in Bremen
Die Hessische Bank mit Sitz in Frankfurt am Main
Die Südwestbank (Deutsche Bank) mit Sitz in Stuttgart/Mannheim
Die Norddeutsche Bank mit Sitz in Hamburg
Die Nordwestbank mit Sitz in Hannover
Die Rheinisch-Westfälische Bank AG mit Sitz in Düsseldorf
Die Oberrheinische Bank mit Sitz in Freiburg im Breisgau
Die Rheinische Kreditbank mit Sitz in Ludwigshafen
Die Württembergische Vereinsbank mit Sitz in Reutlingen
Rezentralisierung 1952–57 und Expansion ins Ausland
Angesichts der Auseinandersetzung mit der Sowjetunion, die aus Sicht der Westmächte eine Stärkung der marktwirtschaftlichen Ausrichtung, wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit der Bundesrepublik Deutschland geboten sein ließ, nahm der Druck auf die ehemaligen Großbanken und ihr altes Personal spätestens ab 1948 ab. Nach und nach rückte daher das alte Führungspersonal der Großbanken wieder in wesentliche Positionen der deutschen Finanzwelt, darunter Karl Blessing, Otto Schniewind und trotz anfänglichem amerikanischen Widerstand auch Hermann Josef Abs. Diese argumentierten zunehmend, dass eine Wiederzusammenführung der Banken für eine Stärkung der deutschen Wirtschaftskraft unabdingbar sei. Da die Vorbehalte der Alliierten nicht vollständig ausgeräumt werden konnten, argumentierten die Vertreter der Banken aus taktischen Gründen lediglich für eine teilweise Zusammenführung der Nachfolgeinstitute der ehemaligen Großbanken. Im Zuge des Koreakriegs und der Einführung der D-Mark waren diese Bemühungen erfolgreich. Das allgemein Großbankengesetz genannte Gesetz über den Niederlassungsbereich von Kreditinstituten vom 29. März 1952 bildete die Grundlage, dass die deutschen Großbanken in jeweils drei Nachfolgeinstitute ausgegründet wurden. Aus den zehn Regionalbanken der Deutschen Bank wurden dabei die drei Nachfolgebanken:
Norddeutsche Bank AG mit Sitz in Hamburg,
Süddeutsche Bank AG mit Sitz in München,
Rheinisch-Westfälische Bank AG mit Sitz in Düsseldorf.
Nachdem 1952 das Luxemburger Abkommen und 1953 unter wesentlicher Beteiligung von Abs das Londoner Schuldenabkommen abgeschlossen wurden, stieg die Kreditwürdigkeit Deutschlands. Der gleichzeitig einsetzende Exportboom machte eine Stärkung der deutschen Exportfinanzierung notwendig. Nachdem die Bundesrepublik 1955 weitere Souveränitätsrechte erhielt, war die weitere Konzentration des Bankwesens nur noch eine Frage der Zeit. Mit einem erneuten Gesetz über den Niederlassungsbereich von Kreditinstituten vom 24. Dezember 1956 wurde die rechtliche Möglichkeit zur endgültigen Zusammenführung der Nachfolgeinstitute geschaffen. Ende April 1957 fassten die drei Nachfolgeinstitute der Deutschen Bank die entsprechenden Beschlüsse, so dass am 2. Mai 1957 rückwirkend zum 1. Januar 1957 die heutige Deutsche Bank AG mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet wurde. In West-Berlin firmierte die Bank zunächst unter dem Namen 'Berliner Diskonto-Bank AG' später unter 'Deutsche Bank Berlin AG'. Der Vorstandssprecher war Hermann Abs, der bereits seit 1938 im Vorstand der alten Deutschen Bank tätig war.
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde 1990 das Filialnetz der Staatsbank der DDR übernommen. 1993 erreichte das Filialnetz der Deutschen Bank seine größte Dichte. Seitdem wurde die Anzahl der Filialen in Deutschland nach und nach reduziert.
Internationalisierung
Seit den 1980er Jahren expandiert die Deutsche Bank vor allem außerhalb der Bundesrepublik Deutschland. 1989 betrug die Bilanzsumme rund 202 Milliarden US-Dollar und es erfolgte im gleichen Jahr die Übernahme der britischen Investmentbank Morgan Grenfell in London. Die 1990er wurden geprägt von Bankgründungen und Übernahmen in Ost- und Südeuropa. 1998 wurde zum Preis von 16,5 Milliarden DM die US-amerikanische Investmentbank Bankers Trust in New York City übernommen. Mit über 12.000 Mitarbeitern in den USA verfügt die Bank hierdurch über ein wesentliches Standbein im internationalen Investment Banking. Allerdings hatte diese Fusion wenig Auswirkungen auf die europäischen Märkte. Im Laufe der Zeit wurde Bankers Trust vollständig in eine gemeinsame Organisation integriert und übernahm auch in den USA den Namen der Deutschen Bank.
Die Deutsche Bank ist inzwischen in vielen Ländern vertreten, teils unter eigenem Namen, teils über Beteiligungen. So ist u. a. in Russland, China und vor allem Indien starkes Wachstum zu verzeichnen, sehr starke Standbeine hat man in Europa bereits in Spanien, Italien, Belgien, Polen sowie Portugal.
Mitte bzw. Ende der 1990er Jahre wurde das Breitengeschäft mit den Privatkunden von der Bank ausgegliedert. Das Investmentbanking, die Firmenkunden und die vermögenden Privatkunden (Private Banking) und sehr vermögenden Kunden (Private Wealth Management) verblieb in der AG. Das Breitengeschäft wurde über die Bank 24 AG in die Nachfolgerin Deutsche Bank 24 transformiert, welche heute unter der Bezeichnung Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG firmiert. Inzwischen ist man bemüht, wieder eine Reintegration nach innen und außen zu betreiben und tritt wieder einheitlich auf.
Seit 2001 wird die Aktie der Deutschen Bank auch an der New York Stock Exchange gehandelt. Im gleichen Jahr führte die Deutsche Bank ihr Hypothekenbankgeschäft mit dem der Dresdner Bank und der Commerzbank in der Eurohypo AG zusammen. Im Jahr 2005 hat die Deutsche Bank ihren Anteil an der gemeinsamen Gesellschaft an die Commerzbank verkauft.
2006 erweiterte die Deutsche Bank ihr deutsches Privatkundengeschäft, indem sie im Juni 2006 die Berliner Bank und im August 2006 die norisbank erwarb. Im selben Jahr begann die Deutsche Bank damit, unter dem Label "Bankamız" bundesweit Bankdienstleistungen in türkischer Sprache anzubieten.
Mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent ist die zur Unternehmensgruppe gehörende DWS Investments die größte deutsche Fondsgruppe. Auch europaweit ist die DWS-Gruppe mit mehr als 150 Milliarden Euro verwaltetem Fondsvermögen eine der führenden Publikumsfondsgesellschaften und auch im Islamic Banking spielt DWS inzwischen mit Partnern bei den „Global Playern“ mit. Hier unterhält die Deutsche Bank mit „Dar al Istithmar“ in London eine „Globale Denkfabrik“ für die Islamische Finanzindustrie.
Im Juli 2007 verkaufte die Deutsche Bank ihren Anteil von 13,2 Prozent an der Deutschen Beteiligungs AG. Im gleichen Monat erwarb die Deutsche Bank Abbey Life von der fünftgrößten britischen Bank Lloyds TSB. Der Preis für das Versicherungsunternehmen liegt bei 1,44 Mrd. Euro.
Ein Jahr später, im Juli 2008, kaufte die Bank den wesentlichen Teil des niederländischen Mittelstandsgeschäfts der ABN Amro für 709 Mio. Euro. Zwei Monate später, im September 2008, wurde die Übernahme der Postbank angekündigt, die der Offerte der spanischen Großbank Santander zuvorkam. In einem ersten Schritt will sich die Deutsche Bank mit knapp unter 30 Prozent an der größten deutschen Filialbank beteiligen. In den folgenden zwölf bis 35 Monaten kann der Anteil auf 50 Prozent plus eine Aktie ausgebaut werden. Der Kauf der Postbank wird mit mehr als 8 Mrd. Euro bewertet. Das positive Votum des Post-Aufsichtsrats wurde am 12. September bekannt gegeben. Am 22. September führte die Deutsche Bank eine Kapitalerhöhung über 2,2 Mrd. Euro zur Finanzierung des Kaufes der Postbank-Aktien durch. Am 7. Oktober wurde mitgeteilt, dass keine weiteren Kapitalmaßnahmen geplant seien.
Im März 2009 profitierte die Deutsche Bank von Staatshilfen der US-Regierung an den schwer angeschlagenen Versicherer AIG, aus denen dieser 11,8 Milliarden Dollar (9,1 Milliarden Euro) Verbindlichkeiten begleichen konnte.
Sonstige Persönlichkeiten
Ludwig Bamberger (1870–1872 im Verwaltungsrat)
Paul Jonas (1880–1887 im Vorstand)
Anton Adelssen (Bankhaus Adelssen & Co Berlin) Maßgebliches Gründungsmitglied der Deutschen Bank 1870 und im Verwaltungsrat von 1881 bis 1898 vertreten
Carl Klönne (1900–1914 im Vorstand)
Karl Helfferich (1908–1915 im Vorstand)
Emil Georg von Stauß (1915–1932 im Vorstand)
Maximilian Müller-Jabusch (1927–1940 Pressechef)
Hans Oesterlink (1934–1945 im Aufsichtsrat)
Clemens Plassmann (1940–1945 sowie 1957–1960 im Vorstand)
Herbert Zapp (1977–1994 im Vorstand)
Ellen Schneider-Lenné (1988–1996 im Vorstand)
Norbert Walter (Seit 1990 Chefvolkswirt)
Ronaldo H. Schmitz (1991–2000 im Vorstand)
Thomas R. Fischer (1998–2002 im Vorstand)
Tessen von Heydebreck (1994–2007 im Vorstand)
Parteispenden
Die Deutsche Bank gehört zu den größten juristischen Spendern in Deutschland und hat seit 2000 bereits mehr als 4,1 Millionen Euro an die Bundestagsparteien gespendet. Der Hauptanteil dieser Spendensumme (etwa 60 %) kommt der CDU zugute. Alleine im Wahlkampfjahr 2005 erhielt diese 400.000 Euro. Die FDP erhielt seit 2000 etwa ein Viertel der gesamten Spendensumme. Geringe Anteile gingen an die übrigen, im Bundestag vertretenen Parteien. Ein solches Spendenverhalten ist unter demokratischen Gesichtspunkten umstritten, da juristische Personen kein Wahlrecht besitzen und über solche Parteispenden die Möglichkeit haben, Einfluss auf die Parteipolitik zu nehmen.
Kultur und Gesellschaft
Die Abteilung Kultur und Gesellschaft wurde von 1995 bis 2000 durch die Witwe von Willy Brandt, Brigitte Seebacher-Brandt geleitet. Zum 125 jährigen Jubiläum 1994 wurde eine Kulturstiftung der Deutschen Bank mit einen Stiftungsvolumen von 100 Millionen DM ins Leben gerufen. Die jährliche Ausschüttung betrug 7 Millionen DM. Mit diesen Ausschüttungen wurden u.a. Projekte des Forschungsverbundes SED-Staat und der Forschungsstelle Osteuropa finanziert. Nach dem Jahr 2000 kamen die Stiftungsgelder vermehrt künstlerischen Projekten (Museen, Ausstellungen) zugute.
Schon zu Lebzeiten Willy Brandts wurde Brigitte Seebacher-Brandt in das Kuratorium der Alfred-Herrhausen-Gesellschaft berufen.
Quelle: Wikipedia.de
Entwicklung
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main; im Volksmund werden die beiden Hochhäuser auch als „Soll“ und „Haben“ bezeichnet.
Zu Beginn wurde das Unternehmen von einem Direktorium geleitet. Der Verwaltungsrat hatte jedoch weitreichende Kontroll- und Entscheidungsrechte. Erst die Aktienrechtsreform von 1884 brachte die heute noch übliche Aufgabenteilung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Seitdem wurde der Vorstand von einem Vorstandssprecher geleitet, was die Rolle des Primus inter Pares verdeutlichen soll. Auch war es üblich, Entscheidungen einstimmig zu treffen. Die Umbenennung des Verwaltungsrates in Aufsichtsrat setzte die Bank erst nach Ausscheiden des langjährigen Vorsitzenden Adelbert Delbrück im Jahr 1889 um.
Im Januar 2002 beschloss die Deutsche Bank eine Änderung ihrer Führungsstruktur. Der Vorstand, bis dahin traditionell elfköpfig, konzentriert sich seitdem auf Strategie und Kontrolle, während das neue, offiziell unter dem Vorstand angesiedelte Gremium, das Group Executive Committee (GEC), im operativen Geschäft entscheidet. Dem GEC gehören neben dem Vorstand die Konzernbereichsleiter an, womit insbesondere die für das Investmentbanking und das internationale Geschäft verantwortlichen Londoner Deutschbanker erheblich an Einfluss gewonnen haben. Dies passt zu der schon unter Hilmar Kopper erdachten Strategie, das Unternehmen von einer deutschen Filialbank zum Weltkonzern umzubauen.
Am 1. Februar 2006 brach die Bank mit der Tradition des Vorstandssprechers und ernannte Josef Ackermann im Rahmen seiner Vertragsverlängerung zum Vorstandsvorsitzenden. Begründung war, dass man sich den allgemeinen Gepflogenheiten anpassen wollte.
Aufbauorganisation
Die Aufbauorganisation des Deutsche Bank Konzerns entspricht einer doppelten Matrix. Auf Konzernebene gibt es neben dem Vorstandsvorsitz drei zentrale Querschnittsfunktionen. Daneben besteht eine zentrale Verantwortung für die einzelnen Regionen, in denen die Deutsche Bank vertreten ist. Das operative Geschäft wird in Sparten geführt, die in Unternehmensbereiche und in einer weiteren Untergliederung zum Teil in Geschäftsbereiche unterteilt sind. Alle Leiter dieser Führungsorganisation bilden gemeinsam das Group Executive Committee des Konzerns.
Geschichte
Von 1870 bis zu Industrieprojekten 1880–1890
Seit dem Frühjahr 1869 hatte Adelbert Delbrück vergeblich versucht, das Bankhaus Mendelssohn von seiner Idee, eine große Bank zu schaffen, hauptsächlich für den überseeischen Handel, die uns unabhängig von England machen soll, zu überzeugen. Zuspruch fand er dagegen beim weitgereisten Bankier und Politiker Ludwig Bamberger, der zu jener Zeit südamerikanische und ostasiatische Kreditgeschäfte über London abwickeln musste und so das von Delbrück angesprochene Problem am eigenen Leib zu spüren hatte. Bamberger schrieb später in seinen Erinnerungen:
Diese Erfahrungen gaben den Anstoß, dass, als Ende der sechziger Jahre, bei meinem ersten längeren Aufenthalt in Berlin Adelbert Delbrück, der Chef des Bankhauses Delbrück, Leo & Co., mir von dem Unternehmen einer zu gründenden Deutschen Bank sprach mit der Aufforderung, mich an deren Bildung und Organisation zu beteiligen, ich willig darauf einging im Hinblick auf die dem deutschen Bankwesen nach transatlantischen Gebieten zu erobernde Ausdehnung, für die ich mir einige Kenntnisse zutraute.
In den nächsten Monaten warben Delbrück und Bamberger um weitere Unternehmer, die sich an dem Projekt beteiligen wollten. Dem Gründungskomitee gehörten schließlich an:
Hermann Zwicker (Bankhaus Gebr. Schickler, Berlin)
Anton Adelssen (Bankhaus Adelssen & Co Berlin)
Adelbert Delbrück
Heinrich Hardt (Hardt & Co., New York, Berlin)
Ludwig Bamberger
Victor Freiherr von Magnus
Adolph vom Rath (Bankhaus Deichmann & Co., Köln)
Gustav Kutter (Bankhaus Sulzbach, Frankfurt)
Gustav Müller (Württembergische Vereinsbank, Stuttgart)
Im Juli 1869 verabschiedete das Komitee eine Denkschrift, in der es hieß:
Die deutsche Flagge trägt den deutschen Namen jetzt in alle Welttheile, hier wäre ein weiterer Schritt getan, dem deutschen Namen in ferneren Gegenden Ehre zu machen und endlich Deutschland auf dem Felde der finanziellen Vermittelung eine Stellung zu erobern, - angemessen derjenigen, die unser Vaterland bereits auf dem Gebiete der Civilisation, des Wissens und der Kunst einnimmt. (...) Aber nicht ausschließlich deutsche Mitwirkung braucht dies Unternehmen zu stützen, das sich auf den cosmopolitischen Standpunkt stellen sollte.
Diese Denkschrift wurde dem Antrag auf Konzession zur Aktiengesellschaft, die bisher in Preußen nur einem Bankhaus, dem A. Schaaffhausen’schen Bankverein erteilt worden war, beigefügt.
Der Hauptsitz des Unternehmens sollte sich in Berlin befinden, nicht zuletzt, weil die Gründung der Deutschen Bank einem wahrhaft patriotischen Gedanken entsprungen sei.
Diese von Anfang an zugleich ökonomischen (...) und nationalen (...) Ziele schienen ausschlaggebend für die Erteilung der Konzession gewesen zu sein, jedenfalls wurde vom preußischen Handelsministerium bereits zwölf Tage nach der Gründungsversammlung, die am 22. Januar 1870 stattgefunden hatte, ein Vorbescheid herausgegeben. Das Verfahren war von Minister Itzenplitz und dem wohlwollenden Reichskanzler Otto von Bismarck vorangetrieben worden. Itzenplitz schrieb am 10. Februar 1870 an Bismarck:
Verfolgt und erreicht die Deutsche Bank ihren Zweck, so kann sie in der That von großer Bedeutung für die Entwicklung der Handelsverhältnisse werden. Von Wichtigkeit erscheint es uns, dass eine solche Gesellschaft in Berlin ihren Sitz hat.
Genau vier Wochen später, am 10. März, wurde durch allerhöchsten Erlass Sr. Majestät des Königs von Preussen das Gründungsstatut der Deutschen Bank genehmigt. Dieser Tag gilt als offizielles Gründungsdatum der Aktiengesellschaft. Das Aktienkapital betrug 5 Millionen Taler (15 Millionen Mark, heutiger Gegenwert ca. 1 Milliarde €).
Die Öffentlichkeit sah die Neugründung zunächst sehr kritisch. So bezweifelte die bissige Frankfurter Wirtschaftszeitung „Der Aktionär“ die Fähigkeit der Gründer ein derartiges Institut den modernen Anforderungen entsprechend zu leiten (...), selbst wenn es wahr sein sollte, dass die Bank bei den Riffpiraten, den Kaffern und bei den Schwarzfuß-Indianern Kommanditen errichten will.
Am 9. April 1870 nahm die Deutsche Bank ihren Geschäftsbetrieb in den eher bescheidenen Räumen in der Französischen Straße 21 auf.
Die ersten Direktoren waren Wilhelm Platenius, Georg von Siemens und Hermann Wallich.
Wie sich herausstellte, war Berlin für das internationale Geschäft weniger gut geeignet als etwa Hamburg oder Bremen. So entschloss man sich im Juli 1871, eine erste Zweigstelle in Bremen zu eröffnen. Ein Jahr später folgte Hamburg. Auch schien es notwendig, in der Welthandelsmetropole London präsent zu sein. Dies führte 1871 zur Gründung der „German Bank of London“, an der die Deutsche Bank zu über 40 % beteiligt war. Nachdem sich die Neugründung als verlustträchtig erwies, entschied man sich 1873 für die Eröffnung einer eigenen Zweigstelle („Deutsche Bank (Berlin) London Agency“). 1879 verkaufte man schließlich die Anteile an der „German Bank of London“ mit einem Verlust von 117.000 Mark.
Auch das Asiengeschäft, in das die Deutsche Bank 1872 mit der Eröffnung von Filialen in Shanghai und Yokohama eingestiegen war, brachte Verluste, da das Betriebskapital in Asien auf Silbervaluten beruhte, die 1873 entwertet wurden. 1875 mussten die Zweigstellen wieder geschlossen werden.
Von 1872 bis 1877 bzw. 1882 beteiligte sich die Deutsche Bank als Kommanditist bei Firmen in Paris und New York City.
1886 wurde mit der Gründung der Deutschen Übersee-Bank ein Schritt zur Erschließung des südamerikanischen Marktes gemacht, der auch einen Kurswechsel der Unternehmensstrategie erkennen lässt: War unter Adelbert Delbrück, der 1889 seinen Hut als Aufsichtsratsvorsitzender genommen hatte, versucht worden, den internationalen Markt langsam und mit der Gründung eigener Filialen zu erobern, so bemühten sich Hermann Wallich und Georg von Siemens, die nicht mehr den traditionellen Privatbankier darstellten, sondern zukunftsorientiert als Manager fungierten, den Überseemarkt durch Tochterinstitute zu beherrschen. Mit dieser neuen Form des Auslandsengagements entwickelte sich das Geschäft mit regelmäßigem, befriedigendem Fortschritt.
Davon zeugte u. A. auch der Bezug der prächtigen, neuen Zentrale 1879. Diverse Übernahmen, darunter die des Berliner Bankvereins (1876), der Deutschen Union-Bank (1876) und des Frankfurter Bankvereins (1886) ließen die Deutsche Bank zur größten des Deutschen Kaiserreiches aufsteigen, die großen Rivalen von Disconto-Gesellschaft und Dresdner Bank konnte man bereits 1876 hinter sich lassen.
Das Inlandsgeschäft beruhte vor allem auf den großen Depositenbeständen (1910: 558 Mio. Mark). Hermann Wallich sah dies als einzige Möglichkeit für dauerhafte Profilierung im Inland. Er warnte vor „verkappten Speculationen“ und lehnte es ab „den Schwerpunkt unseres Wirkungskreises in der Börse zu suchen.“
In der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg war der Ausbau des Filialnetzes nur ein zweitrangiges Ziel und alle wichtigen Geschäfte wickelte man über die Berliner Zentrale ab. Dennoch folgten auf Filialeröffnungen in Bremen und Hamburg auch Zweigstellen in Frankfurt (1886), München (1901), Leipzig (1901), Dresden (1901), Nürnberg; und Augsburg (1906).
Georg von Siemens legte seit dem Ausstieg Delbrücks sein Hauptaugenmerk auf den internationalen Geldverkehr einerseits (darunter besonders Südamerika und Ostasien, das Osmanische Reich, sowie in geringerem Maße die Deutschen Kolonien) und einen engen Kontakt zur deutschen Industrie andererseits. So war die Deutsche Bank seit 1874 das Kreditinstitut der Firma Krupp, später auch für die Textilindustrie. 1881 beteiligte sich die Deutsche Bank in Höhe von 2,5 Mio. Mark an der Übernahme der „Aktien-Gesellschaft für Anilinfabrikation“ (Vorläufer Gesellschaft der "BASF"). Weitere Großkunden waren Bayer (seit 1886) und BASF. Als Großaktionär hielt die Deutsche Bank Anteile der Firmen AEG (1887 hatte man deren Gründung finanziert) und Siemens & Halske. Des Weiteren war die Deutsche Bank auf Anraten Werner von Siemens' im Aufsichtsrat der Mannesmann-Röhrenwerke seit 1890 vertreten und hielt Mannesmann-Aktien im Wert von 3 Mio. Mark. Außerdem finanzierte das Institut die Umwandlung der Siemens-Schuckertwerke in eine Aktiengesellschaft
1909 wechselte Carl Klönne in den Vorstand der Deutschen Bank. Siemens war es gelungen, einen der profiliertesten Experten für Unternehmensfinanzierung insbesondere im Bereich der westdeutschen Kohle- und Stahlindustrie für das Institut zu gewinnen. Mit ihm begann nicht nur eine enge Zusammenarbeit mit der Essener Credit-Anstalt (1903), sondern zu Klönnes angestammten Großkunden, darunter der Bochumer Verein, der Schalker Verein, die Harpener Bergbaugesellschaft und der Essener Bergwerksverein König Wilhelm. Das Industriegeschäft war dank Klönne erstmals auf eine breite Grundlage gestellt. Klönne pflegte auch einen regen Briefverkehr mit August Thyssen.
Währenddessen entwickelte sich das Überseegeschäft in rasanter Geschwindigkeit. Hatte die Deutsche Überseeische Bank 1893 noch knapp 1,7 Mrd. Mark Umsatz gemacht, so betrug er 1899 5,6 Mrd. Mark und 1913 fast 22 Mrd. Mark. Die Banco Alemán Transatlántico erwies sich als wichtige Stütze des Geschäfts der Deutschen Bank. Die gute Entwicklung in Argentinien, woher 1900 20 % der Weltproduktion an Weizen stammten, ließ auf weiteres Wachstum am boomenden Südamerika-Markt hoffen.
Als 1895 die Disconto-Gesellschaft die Bank für Chile und Deutschland mit Filialen in Berlin und Valparaíso gründete, zögerte auch die Banco Alemán Transatlántico nicht lange mit einer Filialeneröffnung in Chile. Die dezentrale Wirtschaftsstruktur Chiles machte die Eröffnung weiterer Zweigstellen notwendig, 1897 in Iquique und Santiago de Chile. Trotz der großen Wirtschaftskrise in Chile 1898 wurde das Filialnetz immer engmaschiger, als Concepción und Valdivia folgten. Auch in Argentinien wurden weitere Niederlassungen gegründet, bis zum Ersten Weltkrieg in Bahia Blanca, Cordoba, San Miguel de Tucumán, Bell-Ville, Mendoza und Rosario. Schließlich folgte die Expansion nach ganz Lateinamerika: Mexiko (1902), Peru und Bolivien (1905), Uruguay (1906) und Brasilien (1911, São Paulo und Rio de Janeiro).
Zur Ergänzung wurde mit einem weiteren Tochterinstitut, der Zentralamerika-Bank, der mittelamerikanische Markt versorgt. Initiator dieser beispiellosen Expansion war Ludwig Roland-Lücke, von 1894 bis 1907 Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und Direktor der Deutschen Überseeischen Bank. Ein gemeinsames Projekt von Deutscher Bank und der AEG, die Deutsch-Überseeische Elekticitäts-Gesellschaft (1898 ins Leben gerufen) war bereits 1909 das größte Stromversorgungsunternehmen Argentiniens und warf satte Gewinne ab.
Nach dem Scheitern der eigenen Filialen in Ostasien startete man 1899 mit der Gründung der Deutsch-Asiatischen Bank, einer weiteren Tochterfirma, einen neuen Anlauf auf den Markt des Fernen Ostens. Dies bedeutete auch das erste gemeinsame Projekt mit der Disconto-Gesellschaft, deren Geschäftsführer Adolph von Hansemann die Neugründung angeregt hatte. Das in Shanghai ansässige, neue Institut, das sich am Anfang auf Handelsfinanzierung beschränkte, hatte zu Beginn mit starker (vor allem britischer) Konkurrenz zu kämpfen. Bis 1913 entwickelte sich die Deutsch-Asiatische Bank mit Erfolg und es konnten sieben Zweigstellen in China (darunter auch Hongkong und Tsingtao), zwei in Japan (Yokohama und Kobe), sowie jeweils eine in Singapur und Kalkutta eröffnet werden. Die Deutsch-Asiatische Bank war die Vorgängerin der Deutschen Bank (Asia Pacific), die bis heute als Konzerntochter der Deutschen Bank in großem Stil im asiatischen Raum agiert.
Georg von Siemens sah ebenso auf dem amerikanischen Markt große Chancen. 1883 schrieb er an Kilian von Steiner:
„Ich glaube, dass wir in Berlin auch an die amerikanischen Sachen heranmüssen, schließlich liegt uns Amerika näher als Italien, trotz des Gotthards“
So freute er sich ganz besonders, als er noch im selben Jahr auf die pompöse Eröffnungsfeier der Northern Pacific Railroad eingeladen wurde. Vom redegewandten Präsidenten der Bahnlinie, Henry Villard, und der glanzvollen Festivität geblendet, stimmte Siemens im Überschwang der Beteiligung an der in prekärer finanzieller Lage befindlichen Northern Pacific-Bahnlinie zu. Noch während der Feier verlor die Aktie beinahe die Hälfte ihres Wertes. Doch Siemens blieb bei seinem Entschluss und rief währenddessen die Deutsch-Amerikanische Treuhand-Gesellschaft AG zur Förderung deutscher Investitionen in den USA mit einem Kapital von 20 Mio. Mark ins Leben. Bis 1895 war der Northern Pacific weiter auf Talfahrt, bevor sich mit James J. Hill eine Kooperation mit der Great Northern Railway ergab. 1896 hatte der Kurs wieder seinen Einführungswert erreicht. Dennoch blieb der Northern Pacific ein Verlustgeschäft von mehreren Millionen Mark. Georg von Siemens, für den das ganze ohnehin ein herber Rückschlag war, stellte zur Deckung des finanziellen Verlustes einen großen Teil seines eigenen Vermögens bereit.
Am 27. Juni 1903 kam es zu einer Einigung zwischen dem Wiener Bankverein, der Deutschen Bank und der rumänischen Regierung: Die Deutsche Bank hatte sich entschlossen, die Mehrheit des rumänischen Erdölunternehmens Steaua Romana zu übernehmen und Arthur von Gwinner mehr Verhandlungsgeschick bewiesen, als die Vertreter von John D. Rockefellers Standard Oil Company und der Disconto-Gesellschaft. Danach folgte die Reorganisation der Erdölgesellschaft. Ein Jahr nach Erwerb von Steaua fasste die Deutsche Bank ihre gesamte Aktivität im Erölgeschäft in einer Holding zusammen, in der auch die Deutsche Petroleum-Aktiengesellschaft (DPAG) zu finden war.
Über das Engagement beim Erdöl machte Emil Georg von Stauß Karriere: 1904 noch Generaldirektor der DPAG, übernahm er 1914 die Leitung der Steaua und 1915 die Vorstandsmitgliedschaft der Deutschen Bank. Durch das Zuvorkommen beim Erwerb der Steaua verschärfte sich die Rivalität zwischen Disconto-Gesellschaft und Deutscher Bank. Zudem verkaufte Standard Oil immer dort sein Öl, wo ein Tag später die Öllieferung der Erdöl-Holding der Deutschen Bank ankommen sollte. So rentierte sich das Geschäft absolut nicht und die englischen Teilhaber der Holding bemerkten, man solle doch das Zeug lieber in den Rhein gießen. In dieser verzwickten Lage sah sich Gwinner genötigt, mit den Amerikanern zu verhandeln, was 1907 dazu führte, dass Standard Oil die deutschen Öl- und Petroleum-Preise diktieren konnte. Gwinner protestierte bei der Reichsregierung und forderte die Errichtung eines Reichspetroleummonopols, was aber bis zuletzt am Veto der Disconto-Gesellschaft scheiterte, die einen Kooperationspakt mit Standard Oil unterzeichnet hatte. Rückblickend schrieb Arthur von Gwinner:
Schließlich hat die Deutsche Bank sogar viel Geld an dem Geschäft verdient. Doch wenn ich's noch einmal zu tun hätte, würde ich die Petroleumgeschäfte als Bankmann nie wieder anrühren.
Zu den größten Industrie-Projekten der ersten Jahrzehnte zählte auch die Finanzierung der Bagdadbahn (Osmanisches Reich, 1888).
Filialnetz und Fusionen bis 1929
Zunächst wuchs das innerdeutsche Filialnetz nur langsam. Die ersten Filialen wurden in den Hafenstädten Bremen 1871 und Hamburg 1872 gegründet. 1886 wurde der Frankfurter Bank-Verein übernommen, 1892 eine Filiale in München errichtet. 1901 übernahm die Deutsche Bank das im Bau befindliche Gebäude der insolvent gewordenen Leipziger Bank, im gleichen Jahr wurden in Dresden, 1905 in Nürnberg und 1906 in Augsburg Filialen gegründet.
Die regionale Präsenz wurde zu Beginn „befreundeten“ Banken überlassen, an denen die Deutsche Bank beteiligt war. Ab 1914 fusionierte die Deutsche Bank mit einigen dieser Regionalbanken, so 1914 mit der Bergisch-Märkischen Bank in (Wuppertal-)Elberfeld und 1917 mit der Norddeutschen Creditanstalt in Königsberg und dem Schlesischen Bankverein in Breslau. Dadurch entstand mit 38 neuen Niederlassungen eine Filialbank und gleichzeitig die größte Universalbank der Welt. Während des Ersten Weltkrieges konnte die Deutsche Bank 6,5 Mrd. Mark Reichsanleihen unterbringen und zählte 1917 zu den Mitbegründern der Universum-Film-Aktiengesellschaft UFA. Diese sollte im Auftrag der Militärverwaltung das neue Medium Film zu einer effektiveren Propaganda nutzen.
In der Weimarer Republik expandierte die Deutsche Bank weiter durch Fusionen, Übernahmen oder Aktientausch mit vielen Regionalbanken, so
1920 mit der Hannoverschen Bank in Hannover, der Braunschweiger Privatbank AG, der Privatbank zu Gotha, dem Elberfelder Bankverein in Elberfeld
1922 Übernahme von Niederlassungen der Pfälzischen Bank (Ludwigshafen) in Bayern und Frankfurt.
1923 betrug die Anzahl der Niederlassungen 146. Es folgten noch
1924 die Württembergische Vereinsbank in Stuttgart,
1925 die Essener Credit-Anstalt in Essen und die Siegener Bank,
1927 die Lübecker Privatbank in Lübeck,
1928 die Hildesheimer Bank und die Osnabrücker Bank.
1929 erfolgte schließlich die Megafusion mit dem großen Rivalen, der Disconto-Gesellschaft, zur „Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft“, mit 289 Niederlassungen. In der neuen Bank gingen außerdem die Norddeutsche Bank aus Hamburg, der A. Schaaffhausen'sche Bankverein aus Köln, die Rheinische Creditbank aus Mannheim, das Bankhaus Böcking, Karcher & Cie aus Kaiserslautern sowie die Süddeutsche Disconto-Gesellschaft aus Mannheim auf.
NS-Zeit und die Folgen
Die Machtübernahme der Nazis hatte direkte Folgen in der Führung der Bank. So wurde der jüdische Vorstandssprecher Oscar Wassermann noch vor der Hauptversammlung im Juni 1933 vorzeitig entfernt und durch den assimilierten Juden Georg Solmssen (eigentlich: Salomonsohn) ersetzt, der aber seinerseits 1934 durch einen Nichtjuden ersetzt wurde.
Aus der Gründergeneration war Max Steinthal im Aufsichtsrat der Bank verblieben, schied aber 1935 aus, um der Bank "keine Schwierigkeiten zu machen". Er und seine Frau Fanny wurden später enteignet und starben 1940 mittellos im Hotel Eden Berlin. Der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann stellte 2008 die an diese und andere tragischen Biographien erinnernden Stipendien am Abraham-Geiger-Kolleg Potsdam ein und erntete dafür Kritik aus dem Deutschen Bundestag, weil er sich der historischen Verantwortung der Bank nicht stellen wolle.
Während der Zeit des Nationalsozialismus war die Deutsche Bank im Rahmen der so genannten Arisierung an der Enteignung jüdischer Bürger beteiligt, wie z. B. bei der Aronwerke Elektrizitäts-AG in Berlin. Die Beteiligung an der Arisierung von mehr als 330 Unternehmen (z. B. Bankhaus Mendelssohn, Bondi & Maron) erfolgte insbesondere durch gewährte Kredite, aber auch durch eigenen Erwerb und Weiterverkauf, wie bei der Hubertus AG des Petschek-Konzerns. Insgesamt war die Vermittlung von zu verkaufenden Vermögenswerten ein gewinnträchtiges Provisionsgeschäft und half so der nationalsozialistischen Diktatur bei der Umsetzung ihrer rassistischen Ziele.
Infolge der Besetzung Europas durch das nationalsozialistische Regime expandierte auch die Deutsche Bank und übernahm u. a. 1938 zuerst im Sudetenland, später auch in Böhmen und Mähren, die Böhmische Union-Bank sowie in Österreich bis 1942 komplett die Creditanstalt-Bankverein in Wien. Insbesondere die späteren Geschäfte der Böhmischen Union-Bank waren geprägt durch den Kauf arisierter (d. h. letztendlich enteigneter) Unternehmungen in Osteuropa und den Verkauf vor allem an die Reichswerke Hermann Göring oder an das Wirtschaftsimperium der SS. Auch die Deutsche Bank verdiente am Handel mit dem Gold ermordeter Juden sowie an der Finanzierung von Unternehmen, die in Auschwitz auf der Baustelle Bunawerk der I.G. Farben oder für die dortige SS tätig waren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den US-Amerikanern erwogen, die Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank und der anderen Großbanken in Nürnberg als Kriegsverbrecher anzuklagen, was jedoch nicht geschah, da sie nicht mit einer Verurteilung rechneten. Im Hinblick auf die Verstrickungen der drei deutschen Großbanken, zu denen auch die Dresdner Bank und die Commerzbank zählten, in die Nazi-Verbrechen empfahl die US-amerikanische Militärbehörde OMGUS noch vor den Nürnberger Urteilssprüchen die Zerschlagung dieses Bankengeflechts[15]. In der Ostzone (SBZ) wurden alle Großbanken enteignet und in den Westzonen insbesondere auf Initiative der USA dezentralisiert. Hintergrund hierfür war zum einen das vom New Deal geprägte Misstrauen der amerikanischen Verwaltung gegen eine Machtagglomeration des Big Business, zum anderen die Beteiligung der Großunternehmen an den Verbrechen des Nationalsozialismus.[14]
Dadurch war die Deutsche Bank ab dem 1. April 1948 mit zehn kleineren Regionalbanken tätig.
Die Bayerische Creditbank mit Sitz in München
Die Disconto Bank mit Sitz in Bremen
Die Hessische Bank mit Sitz in Frankfurt am Main
Die Südwestbank (Deutsche Bank) mit Sitz in Stuttgart/Mannheim
Die Norddeutsche Bank mit Sitz in Hamburg
Die Nordwestbank mit Sitz in Hannover
Die Rheinisch-Westfälische Bank AG mit Sitz in Düsseldorf
Die Oberrheinische Bank mit Sitz in Freiburg im Breisgau
Die Rheinische Kreditbank mit Sitz in Ludwigshafen
Die Württembergische Vereinsbank mit Sitz in Reutlingen
Rezentralisierung 1952–57 und Expansion ins Ausland
Angesichts der Auseinandersetzung mit der Sowjetunion, die aus Sicht der Westmächte eine Stärkung der marktwirtschaftlichen Ausrichtung, wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit der Bundesrepublik Deutschland geboten sein ließ, nahm der Druck auf die ehemaligen Großbanken und ihr altes Personal spätestens ab 1948 ab. Nach und nach rückte daher das alte Führungspersonal der Großbanken wieder in wesentliche Positionen der deutschen Finanzwelt, darunter Karl Blessing, Otto Schniewind und trotz anfänglichem amerikanischen Widerstand auch Hermann Josef Abs. Diese argumentierten zunehmend, dass eine Wiederzusammenführung der Banken für eine Stärkung der deutschen Wirtschaftskraft unabdingbar sei. Da die Vorbehalte der Alliierten nicht vollständig ausgeräumt werden konnten, argumentierten die Vertreter der Banken aus taktischen Gründen lediglich für eine teilweise Zusammenführung der Nachfolgeinstitute der ehemaligen Großbanken. Im Zuge des Koreakriegs und der Einführung der D-Mark waren diese Bemühungen erfolgreich. Das allgemein Großbankengesetz genannte Gesetz über den Niederlassungsbereich von Kreditinstituten vom 29. März 1952 bildete die Grundlage, dass die deutschen Großbanken in jeweils drei Nachfolgeinstitute ausgegründet wurden. Aus den zehn Regionalbanken der Deutschen Bank wurden dabei die drei Nachfolgebanken:
Norddeutsche Bank AG mit Sitz in Hamburg,
Süddeutsche Bank AG mit Sitz in München,
Rheinisch-Westfälische Bank AG mit Sitz in Düsseldorf.
Nachdem 1952 das Luxemburger Abkommen und 1953 unter wesentlicher Beteiligung von Abs das Londoner Schuldenabkommen abgeschlossen wurden, stieg die Kreditwürdigkeit Deutschlands. Der gleichzeitig einsetzende Exportboom machte eine Stärkung der deutschen Exportfinanzierung notwendig. Nachdem die Bundesrepublik 1955 weitere Souveränitätsrechte erhielt, war die weitere Konzentration des Bankwesens nur noch eine Frage der Zeit. Mit einem erneuten Gesetz über den Niederlassungsbereich von Kreditinstituten vom 24. Dezember 1956 wurde die rechtliche Möglichkeit zur endgültigen Zusammenführung der Nachfolgeinstitute geschaffen. Ende April 1957 fassten die drei Nachfolgeinstitute der Deutschen Bank die entsprechenden Beschlüsse, so dass am 2. Mai 1957 rückwirkend zum 1. Januar 1957 die heutige Deutsche Bank AG mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet wurde. In West-Berlin firmierte die Bank zunächst unter dem Namen 'Berliner Diskonto-Bank AG' später unter 'Deutsche Bank Berlin AG'. Der Vorstandssprecher war Hermann Abs, der bereits seit 1938 im Vorstand der alten Deutschen Bank tätig war.
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde 1990 das Filialnetz der Staatsbank der DDR übernommen. 1993 erreichte das Filialnetz der Deutschen Bank seine größte Dichte. Seitdem wurde die Anzahl der Filialen in Deutschland nach und nach reduziert.
Internationalisierung
Seit den 1980er Jahren expandiert die Deutsche Bank vor allem außerhalb der Bundesrepublik Deutschland. 1989 betrug die Bilanzsumme rund 202 Milliarden US-Dollar und es erfolgte im gleichen Jahr die Übernahme der britischen Investmentbank Morgan Grenfell in London. Die 1990er wurden geprägt von Bankgründungen und Übernahmen in Ost- und Südeuropa. 1998 wurde zum Preis von 16,5 Milliarden DM die US-amerikanische Investmentbank Bankers Trust in New York City übernommen. Mit über 12.000 Mitarbeitern in den USA verfügt die Bank hierdurch über ein wesentliches Standbein im internationalen Investment Banking. Allerdings hatte diese Fusion wenig Auswirkungen auf die europäischen Märkte. Im Laufe der Zeit wurde Bankers Trust vollständig in eine gemeinsame Organisation integriert und übernahm auch in den USA den Namen der Deutschen Bank.
Die Deutsche Bank ist inzwischen in vielen Ländern vertreten, teils unter eigenem Namen, teils über Beteiligungen. So ist u. a. in Russland, China und vor allem Indien starkes Wachstum zu verzeichnen, sehr starke Standbeine hat man in Europa bereits in Spanien, Italien, Belgien, Polen sowie Portugal.
Mitte bzw. Ende der 1990er Jahre wurde das Breitengeschäft mit den Privatkunden von der Bank ausgegliedert. Das Investmentbanking, die Firmenkunden und die vermögenden Privatkunden (Private Banking) und sehr vermögenden Kunden (Private Wealth Management) verblieb in der AG. Das Breitengeschäft wurde über die Bank 24 AG in die Nachfolgerin Deutsche Bank 24 transformiert, welche heute unter der Bezeichnung Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG firmiert. Inzwischen ist man bemüht, wieder eine Reintegration nach innen und außen zu betreiben und tritt wieder einheitlich auf.
Seit 2001 wird die Aktie der Deutschen Bank auch an der New York Stock Exchange gehandelt. Im gleichen Jahr führte die Deutsche Bank ihr Hypothekenbankgeschäft mit dem der Dresdner Bank und der Commerzbank in der Eurohypo AG zusammen. Im Jahr 2005 hat die Deutsche Bank ihren Anteil an der gemeinsamen Gesellschaft an die Commerzbank verkauft.
2006 erweiterte die Deutsche Bank ihr deutsches Privatkundengeschäft, indem sie im Juni 2006 die Berliner Bank und im August 2006 die norisbank erwarb. Im selben Jahr begann die Deutsche Bank damit, unter dem Label "Bankamız" bundesweit Bankdienstleistungen in türkischer Sprache anzubieten.
Mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent ist die zur Unternehmensgruppe gehörende DWS Investments die größte deutsche Fondsgruppe. Auch europaweit ist die DWS-Gruppe mit mehr als 150 Milliarden Euro verwaltetem Fondsvermögen eine der führenden Publikumsfondsgesellschaften und auch im Islamic Banking spielt DWS inzwischen mit Partnern bei den „Global Playern“ mit. Hier unterhält die Deutsche Bank mit „Dar al Istithmar“ in London eine „Globale Denkfabrik“ für die Islamische Finanzindustrie.
Im Juli 2007 verkaufte die Deutsche Bank ihren Anteil von 13,2 Prozent an der Deutschen Beteiligungs AG. Im gleichen Monat erwarb die Deutsche Bank Abbey Life von der fünftgrößten britischen Bank Lloyds TSB. Der Preis für das Versicherungsunternehmen liegt bei 1,44 Mrd. Euro.
Ein Jahr später, im Juli 2008, kaufte die Bank den wesentlichen Teil des niederländischen Mittelstandsgeschäfts der ABN Amro für 709 Mio. Euro. Zwei Monate später, im September 2008, wurde die Übernahme der Postbank angekündigt, die der Offerte der spanischen Großbank Santander zuvorkam. In einem ersten Schritt will sich die Deutsche Bank mit knapp unter 30 Prozent an der größten deutschen Filialbank beteiligen. In den folgenden zwölf bis 35 Monaten kann der Anteil auf 50 Prozent plus eine Aktie ausgebaut werden. Der Kauf der Postbank wird mit mehr als 8 Mrd. Euro bewertet. Das positive Votum des Post-Aufsichtsrats wurde am 12. September bekannt gegeben. Am 22. September führte die Deutsche Bank eine Kapitalerhöhung über 2,2 Mrd. Euro zur Finanzierung des Kaufes der Postbank-Aktien durch. Am 7. Oktober wurde mitgeteilt, dass keine weiteren Kapitalmaßnahmen geplant seien.
Im März 2009 profitierte die Deutsche Bank von Staatshilfen der US-Regierung an den schwer angeschlagenen Versicherer AIG, aus denen dieser 11,8 Milliarden Dollar (9,1 Milliarden Euro) Verbindlichkeiten begleichen konnte.
Sonstige Persönlichkeiten
Ludwig Bamberger (1870–1872 im Verwaltungsrat)
Paul Jonas (1880–1887 im Vorstand)
Anton Adelssen (Bankhaus Adelssen & Co Berlin) Maßgebliches Gründungsmitglied der Deutschen Bank 1870 und im Verwaltungsrat von 1881 bis 1898 vertreten
Carl Klönne (1900–1914 im Vorstand)
Karl Helfferich (1908–1915 im Vorstand)
Emil Georg von Stauß (1915–1932 im Vorstand)
Maximilian Müller-Jabusch (1927–1940 Pressechef)
Hans Oesterlink (1934–1945 im Aufsichtsrat)
Clemens Plassmann (1940–1945 sowie 1957–1960 im Vorstand)
Herbert Zapp (1977–1994 im Vorstand)
Ellen Schneider-Lenné (1988–1996 im Vorstand)
Norbert Walter (Seit 1990 Chefvolkswirt)
Ronaldo H. Schmitz (1991–2000 im Vorstand)
Thomas R. Fischer (1998–2002 im Vorstand)
Tessen von Heydebreck (1994–2007 im Vorstand)
Parteispenden
Die Deutsche Bank gehört zu den größten juristischen Spendern in Deutschland und hat seit 2000 bereits mehr als 4,1 Millionen Euro an die Bundestagsparteien gespendet. Der Hauptanteil dieser Spendensumme (etwa 60 %) kommt der CDU zugute. Alleine im Wahlkampfjahr 2005 erhielt diese 400.000 Euro. Die FDP erhielt seit 2000 etwa ein Viertel der gesamten Spendensumme. Geringe Anteile gingen an die übrigen, im Bundestag vertretenen Parteien. Ein solches Spendenverhalten ist unter demokratischen Gesichtspunkten umstritten, da juristische Personen kein Wahlrecht besitzen und über solche Parteispenden die Möglichkeit haben, Einfluss auf die Parteipolitik zu nehmen.
Kultur und Gesellschaft
Die Abteilung Kultur und Gesellschaft wurde von 1995 bis 2000 durch die Witwe von Willy Brandt, Brigitte Seebacher-Brandt geleitet. Zum 125 jährigen Jubiläum 1994 wurde eine Kulturstiftung der Deutschen Bank mit einen Stiftungsvolumen von 100 Millionen DM ins Leben gerufen. Die jährliche Ausschüttung betrug 7 Millionen DM. Mit diesen Ausschüttungen wurden u.a. Projekte des Forschungsverbundes SED-Staat und der Forschungsstelle Osteuropa finanziert. Nach dem Jahr 2000 kamen die Stiftungsgelder vermehrt künstlerischen Projekten (Museen, Ausstellungen) zugute.
Schon zu Lebzeiten Willy Brandts wurde Brigitte Seebacher-Brandt in das Kuratorium der Alfred-Herrhausen-Gesellschaft berufen.
Quelle: Wikipedia.de
Kaydol:
Kayıtlar (Atom)